Als Angsthase ins Online-Business – mein Weg

die Hintergrundgeschichte

Von außen sah mein Leben super aus – bester Studienabschluss in Informatik, jede Menge Möglichkeiten zur Festanstellung, super Job mit 14 Monatsgehältern, Überstunden-Bezahlung, 35h-Woche im begehrten BMW-Konzern.

In Wahrheit aber fühlte ich mich als kleines Rädchen im großen Konzern. Fremdbestimmt und funktional in einer Männerwelt. Ein goldener Käfig, in dem ich eine künstliche Rüstung trug…
Ich weiß also, wie es sich anfühlt, im Job gefangen zu sein. Und kein Geld der Welt konnte das raus reißen.
Meine vielfältigen Interessen jenseits der Technik deckte ich über diverse Hobbies ab: Zeichnen und Malen, Singen, Yoga, Garteln, Lesen.

Bereits damals packte mich das Interesse, eine eigene Firma zu gründen. Mit dem Mut war es allerdings noch nicht ganz so weit… doch nach zähem inneren Kampf kündigte ich, ohne feste neue Pläne zu haben. Ich wollte an einem Fantasy-Roman arbeiten.

Durch einen Zufall erfuhr ich von einer Stelle am Deutschen Museum in München, als Kuratorin für Informatik. Das war was ganz Neues – ich würde Informatikgeschichte lernen, Ausstellungen bauen, Demonstrationsversuche entwickeln, Wissen vermitteln – und Vieles mehr. Ein abwechslungsreicher Beruf – und ich wollte mich schließlich neu erfinden!

Im Museum arbeitete ich mit Grafikern, Pädagogen, erstellte Texte und spannende Überschriften, vermittelte Inhalte knackig – kurzum: Vieles davon nutze ich heute wieder bei den Webseiten.(Einige schöne Videos von mir aus dieser Zeit findest du in meinem Artikel: „Wo kommt Digitalisierung her?“ von den Digisaurierern, die mich im Museum besucht haben.)
Die Kollegen waren auch klasse – es hätte also der perfekte Job sein können.

Hätte. Wären da nicht die organisatorischen Probleme gewesen. Ich war zurückgekommen aus einer Erschöpfungsphase – zu wenig Mitarbeiter, ständige Überauslastung, keine Möglichkeit, die Arbeitsabläufe zu verbessern. Mein dauernder Versuch, 150% zu geben und doch nie an die erwarteten 200% heran zu reichen.

(Heute sehe ich natürlich, wie ich selbst diese Erschöpfung herbei geführt habe. Ich wünsche dem Museum von Herzen alles Gute, ihr alle seid super dort, die Ausstellungen werden fantastisch und ich hoffe, ihr meistert eure großen Herausforderungen!
Die kommende Mathe-Ausstellung wurde von meinem Team und mir gemacht und bei der Kryptologie hatte ich das Konzept entwickelt.)

Wieder fühlte ich mich fremdbestimmt. Und nicht in innerer Balance. Außerdem hatte ich das Gefühl, mein echtes Potenzial nicht auszuschöpfen.

Nach 7 Jahren dort schlug mein Körper Alarm, und Kopf- und Rückenschmerzen waren ständige Begleiter (ohne körperlich auffindbare Ursachen).

Und ich erinnerte mich an die Pläne, die ich seit Jahren im Hinterkopf mit mir herum trug.
Wenn du dein eigener Chef wärst…
Und ich hörte ihn wieder: den Ruf des Abenteuers!

ICH HATTE DIE WAHL. Das war mir klar.
Ich wusste im Grunde, was ich wollte: frei sein.
Nicht wissen, was mich jeden Tag bis zur Rente erwartet.
Ich wollte endlich einen Wert schaffen, 1:1, von Mensch zu Mensch.
Wirklich ganz im Leben sein, mein Potenzial ausschöpfen.
MEIN LEBEN ALS ABENTEUER.

Doch konnte ich es schaffen? Unternehmerin werden? Buchhaltung, Steuern, Marketing, Verkaufen… mir schwirrte der Kopf von allem, was da mit dran hing.
Ich las viele viele Bücher, unter anderem die Lebensgeschichte von Richard Branson, oder „Feel the Fear… and do it anyway“ von Susan Jeffers. Das hat mir sehr geholfen und mich zutiefst inspiriert (Klick hier für meine Buchtipps).

Um meine Existenzangst in den Griff zu kriegen, gründete ich zuerst im Nebenerwerb:
Zeichenkurse online bzw. erstmal auf DVD. Mein ganz eigenes Produkt.
Und so sah es aus:

Mein erstes eigenes Produkt: eine Zeichenkurs-DVD

Meine erste Webseite hieß „Mal einfach mit“, und es gibt sie bis heute, samt angeschlossenem YouTube-Kanal. Hier kannst du sie anschauen. Der Kanal hat Stand heute (Ende 2018) bereits über 2.500 Abonnenten gesammelt – echt organisches Wachstum!

Dabei merkte ich, wie viel Spaß mir die Welt des Web machte, und ich lernte und lernte und lernte, ob nun WordPress, Bloggen, Videoschneiden, Online-Kurs erstellen oder SEO.
Doch der Ruf des Abenteuers wurde noch lauter.

Ende 2017 beschloss ich, auf ein Marketing-Seminar zu gehen. Ich musste raus aus dem eigenen Saft. Ich gab dort offen zu, dass ich ein schlechter Verkäufer sei (genau genommen hörte sich Verkaufen furchtbar für mich an…), und erzählte von meinen Fähigkeiten als IT-lerin und in puncto Webseiten.

Ich stieß sofort auf Interesse bei den anderen Teilnehmerinnen. Webseiten als Service anbieten – bis dato noch gar nicht meine Idee! Wir diskutierten im Teilnehmerkreis beim Abschiedsessen des Workshops. Und das Interesse der anderen war so groß, dass ich meine ersten Kundinnen hatte! Kaum zu fassen.

(Ich muss sagen, dass ich bis heute kaum „verkaufen“ muss, da ich einfach für Viele einen guten Mehrwert bieten kann.)

Na klar holten sie mich wieder ein, die Ängste.
In der Nacht nach dem Essen wachte ich nach wenigen Stunden auf und war komplett unruhig. Ich begann zu zittern, mir war schlecht. Was war los? Zuerst dachte ich an eine Lebensmittelvergiftung. Doch nichts dergleichen.

Ich spürte nach.
Und dann wusste ich es.
Ich hatte einen Entschluss gefasst.
Ich würde meinen Job kündigen.
Ganz, vollständig, wirklich, echt.
Ich würde Unternehmerin werden!

Ich musste die Finanzsituation noch mit meinem Mann klären. Es waren die Raten für das Haus zu zahlen und dergleichen mehr.
Besonders spannend wurde es, als meinem Mann aus betrieblichen Gründen auch noch gekündigt wurde, eine kurze Zeit war es daher besonders aufregend…

ABER: MEIN ENTSCHLUSS STAND FEST!!! Ich kündigte und ließ den Job auslaufen.

Meine ersten Projekte mit meinen neuen Kundinnen liefen absolut super. Wir alle hatten Spaß und viele Erfolgserlebnisse. Ich bekam tolles Feedback, Mut und Selbstvertrauen wuchsen!
Ich besuchte Kurse zu Buchhaltung, Steuern, Vertrieb und las diverse weitere Bücher (ich liebe Bücher – so viel Essenz für so wenig Geld).

Eins darfst du mir glauben: Ich weiß, wie es sich anfühlt. Die Angst vor der eigenen Courage. Die Angst vor dem eigenen Erfolg (so verrückt das klingt…). Das immer größer werdende Fühlen der eigenen Ziele und Möglichkeiten. Die Angst, sichtbar zu werden. All diese Hürden Stück für Stück zu überwinden und einzusteigen in ein komplett selbstbestimmtes Leben. Ein eigenes Business zu gründen. Man selbst zu werden.

Ich erinnere mich noch genau, wie ich nach jenem Workshop nach Hause kam und los heulte.
Es waren Tränen der Freude.
Tränen der Erleichterung.
Ich würde nicht mein Leben lang angestellt bleiben.
Ich würde etwas Sinnvolleres tun.
Etwas Schönes, Abwechslungsreiches, Nutzbringendes, Wunderbares.

Heute helfe ich somit anderen, diese Hürden zu überwinden.
Indem ich ihre Online-Auftritte zu maßgeschneiderten virtuellen „Gesamtkunstwerken“ mache, ihr Konzept schärfe und visualisiere – und letztendlich auch technisch umsetze. Und diese „Geburt“ mit Rat, Tat, Ermunterung und Mutmachung begleite, konzeptionell wie manchmal sogar ein bisschen psychologisch.

Ich bin bekennender Angsthase, und wenn du jetzt noch magst, kommen hier gleich unten im Video 35 Tipps in 30 Minuten: wie man als Angsthase ein (Online-)Business gründet.

Dir alles alles Gute, viel Mut, viel Spaß und ganz viel Erfolg,
liebe Grüße –
deine Anja

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