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Die Top-10 Ängste – und wie du sie überwinden kannst

Wenn man und frau sich selbstständig macht, kommt einiges auf einen zu. Es gibt eine Menge zu tun, um alles „zum Laufen zu bringen.“ Oft stehen am Anfang große, wunderbare Träume, und die Motivation ist hoch. Trotzdem – man tut nicht immer alles, was man tun könnte oder sollte. Die Webseite ist immer noch nicht gefüllt mit echten Kracher-Artikeln, das Promotion-Video immer noch nicht gedreht, das erste Webinar noch nicht gestartet, oder dergleichen mehr?

Es kommt uns dann selbst manchmal so vor, als seien wir irgendwie faul oder träge, als sollten wir schon längst dran sein – aber wir zögern es hinaus. Meist tadeln wir uns dafür sogar innerlich, was uns noch mehr in eine schlechtere Stimmung oder gar Demotivation geraten lässt. Aber sind wir wirklich faul? Oder ist da etwas anderes am Werk? Schließlich wissen und fühlen wir genau, dass wir diesen Schritt gehen wollen, unsere Ideen ausleben, unseren Traum verwirklichen. Nur: irgendetwas hält uns davon ab, etwas in uns. Mehr oder weniger versteckt treiben Unholde ihr Werk, ich rede natürlich von unseren

ÄNGSTEN!

Über typische Ängste rund um Selbstständigkeit und Online-Business und welche Gedanken und Gegenmittel ich bislang dazu kenne, kannst du in diesem Artikel nachlesen. Er liegt mir sehr am Herzen – und ist daher entsprechend lang 🙂
Es ist eine Mischung aus eigenen Erfahrungen und zusammen getragenem Wissen aus diversen Büchern, die ich inzwischen dazu gelesen habe. Schau und fühle nach, ob du auch unter manchen der Ängste leidest (vielleicht weißt du das auch schon.)
Ich weiß, wovon ich dabei rede. Ich habe eigentlich alle der nachfolgenden Ängste, ich würde mich sogar als sehr ängstlichen Menschen bezeichnen. Ich gerate immer wieder in einen riesigen Konflikt mit mir selbst: ich will etwas Bestimmtes erreichen, habe mir das Ergebnis lebhaft und positiv ausgemalt, was mich unglaublich vorwärts schiebt. Und dann schieben mich Ängste, Blockaden und (teils versteckte) Glaubenssätze wieder in die andere Richtung! So geht das hin und her, und ich diskutiere mit mir und zaudere und bremse mich immer wieder. Es ist teilweise wirklich unglaublich anstrengend mit mir selbst. Um da heraus zu kommen, müssen wir wirklich jeden Tag umso mutiger sein. Wir müssen das tun, was wir fürchten. Das darf dann auch in kleinen Schritten passieren – so lange wir nur vorwärts gehen. Das Schöne ist: je mehr man seine Ängste kennt und Schritt für Schritt überwindet, desto kleiner werden sie mit der Zeit und desto besser lernen wir uns kennen und steigern unser Selbstbewusstsein. Wir können uns besser zeigen und damit in gleichem Maße erfolgreicher werden! Manche Ängste kommen daher und lassen unser Herz klopfen und uns schwitzen. Oft aber lauern sie im Hintergrund, wir fühlen sie nur gaaanz subtil. Von da aus sind sie nur leider am heimtückischsten, weil sie eben in der Form des Zögerns und Verschiebens zu Tage treten.

Ich liste hier einmal die Top-10 Ängste aus meiner Sicht auf, um sie zu entlarven und ins Bewusstsein zu rufen (du selbst hast natürlich vielleicht eine andere Reihenfolge oder auch manche Ängste nicht. Oder andere?). Und was ich bisher als Gegenmittel kenne, schreibe ich ebenso dazu.

Der erste Schritt gegen jede Angst ist, sie anzuerkennen. Uns einzugestehen, dass wir sie haben, diese menschliche Schwäche. Und dass das ganz normal ist! Die anderen haben sie auch! Akzeptiere deine Ängste für dich und hör auf, dich dafür zu schämen oder gar innerlich als Feigling zu beschimpfen. Schieb sie nicht einfach weg, denn dadurch verschwinden sie (leider) nicht. Hole die Ängste hervor und blicke ihnen tief in die Augen!

 

Existenzangst (Angst vor Verarmung) / Verlust von Sicherheit.

Diese Angst hängt ganz eng mit unserem Basis-Bedürfnis nach Sicherheit und Geld zusammen. Die Deutschen scheinen mir gar ein besonders sicherheitsorientiertes Völkchen zu sein! Wann immer ich zu meiner Konzernzeit oder im öffentlichen Dienst erzählte, wo ich arbeitete, bekam ich zu hören: „Oh schön, das ist ja ein sicherer Job.“ Und ich selbst fühlte mich immer wie im Gefängnis. Dennoch hat mich mein Bedürfnis nach Sicherheit sehr lange von weiteren Schritten abgehalten. Schauen wir uns doch diese Sicherheit einmal genauer an. Mein Vater war lange in einem „sicheren“ Konzern angestellt, bis er mit 57 Jahren gegen seinen Willen hinaus komplimentiert wurde, und uns plötzlich das Geld fehlte. Es gibt Menschen, die hängen in ihrer unglücklichen Beziehung fest, weil sie sehr fürchten, danach allein zu sein und niemanden mehr zu finden. Dann wieder gibt es Menschen, die wollen nichts geben (kein Investment, keine Inhalte), bevor sie nicht mit Sicherheit etwas dafür erhalten. Und es gibt Menschen mit dicken Immobilien und Sparkonten, die sich nach wie vor vor dem Verarmen fürchten! Hast du solche Angst davor, dann wird sie auch nicht durch mehr Besitz weg gehen. Ich verrate dir eine universelle Wahrheit:
Wenn du nichts von dem aufgeben möchtest, was du jetzt hast, wirst du nicht das bekommen, was du willst. Egal, ob du eine/n „sicheren“ Job oder Beziehung aufgeben müsstest, oder Geld in Werbung investieren, oder die eigene Komfortzone verlassen und dich selbst mit Gesicht in einem Video zeigen (Anonymität aufgeben).

Die größte Sicherheit, vielleicht die einzig echte in meinen Augen, ist das Wissen darum, aus eigener Kraft mit jeder Lebensaufgabe fertig werden zu können, die sich einem stellt. Zu wissen, dass man sich auf sich selbst verlassen kann. Kein fest angestellter Job dieser Welt kann so sicher sein. Es ist nicht beliebig einfach, zu diesem Wissen zu kommen, aber es wächst über die Zeit. Durch Tun.

Bei mir kamen mir meine körperlichen Symptome zu Hilfe – ich bekam so schlimme Schmerzen (erst Rücken- und später Kopfschmerzen), dass ich nicht mehr so weiter machen konnte wie bisher. Ja, ganz recht, inzwischen betrachte ich meine Schmerzen als Hilfe (mein Körper redet mit mir, und wenn ich nicht hören will, dann tut er es eben auf die harte Tour!). Ich habe nach wirklich langen zähen inneren Kämpfen meine ersten Beziehungen, privat wie beruflich, beendet, um danach erstmal „nackt“ dazustehen. Ich beendete meine erste ungute „Konzernbeziehung“ absichtlich so, dass ich noch nicht wusste, wo ich weiter arbeiten würde – um zu fühlen wie es sich anfühlt, diese Unsicherheit. Ich habe das ganze ziemlich hart erarbeitete Gehalt aufgegeben. Und ich erinnere mich noch heute an ein Feedback von damals, als mir gesagt wurde, ich hätte so einen aufrechten Gang. Ich, die ich immer krumm da stand und Rückenschmerzen hatte, ging auf einmal schmerzfrei aufrecht! Das war purer Stolz auf mich selber!

Wenn du deinen Job nicht gleich komplett aufgeben kannst oder willst und nicht der Ich–springe-komplett-ins-kalte-Wasser-Typ bist, hier einige Möglichkeiten für dich:
– Nebenberuflich starten. Hab ich auch gemacht. Du könntest auch dauerhaft eine Kombi aus (Teilzeit-)Anstellung und Selbstständigkeit anstreben.
– Investments in kleinen Umfängen ausbauen, bis du dich sicherer fühlst. Damit kannst du dich vortasten. Gib z.B. am Anfang nur 20€ für Werbung aus und schau, was passiert. Deine Bereitschaft wird wachsen, zusammen mit deinem Ehrgeiz, hier einen Erfolg raus zu holen.
– Dein Selbstwertgefühl aufbauen (wofür Selbstständigkeit einen wirklich fruchtbaren Boden liefert). Das kommt nach und nach, wenn du diese und die folgenden Ängste angehst. Geh in kleinen Schritten vor – aber geh!
– Fördergelder in Anspruch nehmen. Wenn du kündigst (dann musst du 3 Monate warten) und Anspruch auf Arbeitslosengeld hast, kannst du auch einen Antrag zur Existenzgründungsförderung einreichen.
– Falls du nicht so viel Geld hast: billiger wohnen / das Auto etc. verkaufen, bis du Fuß gefasst hast. Und das wirst du. Danach kannst du dir (falls es zu deinen Wünschen gehört) ein schöneres Auto, etc. zurück kaufen!
– Deine Ziele so stark visualisieren, dass sie stark genug sind, dich weiter zu tragen. Ich habe Plakate und Bücher voll mit Bildern geklebt (weil mir das Bildliche entspricht).
– Mach dir bitte klar: du wirst hier bei uns in Deutschland nicht verhungern. Selbst wenn es am Anfang nicht sofort läuft, kannst du eine Zeit lang Unterstützung vom Staat bekommen. Du wirst nicht unter der Brücke enden.

 

Angst vor dem Versagen.

Oh ja, eine mir sehr vertraute Angst. Ich denke, diese Angst kennen wirklich die allermeisten. Ich kenne einen sicheren Weg, diese Angst zu vermeiden: Wenn du nie etwas ausprobierst, wirst du nie versagen. Klingt toll? Oder doch eher nicht? Es gibt Menschen, die verbringen so ihr ganzes Leben.

Hier wird oft eine Visualisierung vorgeschlagen: Stell dir vor, du bist 80 Jahre alt und sitzt in deinem Schaukelstuhl. Du blickst auf dein Leben zurück, was du erreicht hast, was du eigentlich noch erreichen wolltest. Ich stellte mir also vor, ich wäre in meinem (zu der Zeit) aktuellen Job geblieben, und hätte mit all meinem Frust und meinen Schmerzen so weiter gemacht. Diese Vorstellung war so schrecklich, dass mir klar wurde: Ich versage dann, wenn ich nichts ändere. Mein größtes Versagen ist, meine Träume nicht zu leben. Das machte mir Vieles klar, vielleicht kann es dir auch helfen. Und nichts anderes – kein umsonst investiertes Werbebudget, keine schlechte erste Webseite, keine miesen Kommentare auf ein YouTube-Video, kein umsonst produzierter Online-Kurs wegen falscher inhaltlicher Ausrichtung (und das hab ich alles „ausprobiert“ 🙂 ) – nichts von alledem war auch nur annähernd so schlimm wie die Aussicht auf ein verpasstes Leben!

Ein schönes Filmzitat aus dem Film „The Bounty Hunter“ fällt mir da ein, als sich die zwei Hauptdarsteller (Jennifer Aniston, Gerard Butler) beim Abendessen unterhalten:
Sie: „Life ist about making mistakes.“
Er: „And death is about wishing you had made a lot more!“

Ein wirklich fantastisches Buch zum Thema Angst von Susan Jeffers (ich kann sie dir nur empfehlen!) heißt: Feal the fear… and do it anyway! Spür die Angst… und tu es trotzdem! So ist das. Wir müssen die Komfortzone verlassen. Anderenfalls haben wir es zwar gemütlich, aber eben auch langweilig, mittelmäßig, und noch schlimmer: dann lässt du dich dein Leben lang von deiner Angst beherrschen – statt umgekehrt! Die Angst wird nie ganz weg gehen. Aber sie kann so klein werden, dass sie nur noch wie ein Gartenzwerg mit lustiger Mütze aussieht.
Noch etwas wurde mir klar mit diesem Buch. Genau genommen gibt es Versagen und falsche Entscheidungen nicht. Du probierst lediglich etwas aus und wusstest noch(!) nicht besser, wie du es anpacken musst. Hast du eigentlich auch solche Angst beim Laufen lernen gehabt? Und? Wie sahen deine ersten Gehversuche aus? Und wie gut gehst du heute? Eben. Lerne aus allem, was du tust. Du lernst immer etwas bei mutigen Versuchen, besonders, wenn sie nicht klappen! Ich zum Beispiel habe eine riesige Menge über das Webseiten- und Videos-Machen gelernt und dass mir das Spaß macht.

Ich stelle übrigens fest: viele (weniger erfolgreiche) Menschen denken, dass (erfolgreichere) Menschen entweder ein spezielles Talent hätten, oder besonders viel Glück – auf jeden Fall aber, dass sie es irgendwie leichter hatten. Das habe ich auch gedacht. Bis ich Tony Robbins und Biographien von erfolgreichen Unternehmern gelesen habe. Sie hatten es oft gar nicht leicht! Und sie haben verdammt hart gearbeitet! Da war ein riesiger Irrglaube bei mir am Werk (und ist es noch bei ganz vielen).

Und da ging mir eine weitere Wahrheit auf: Der Erfolg bemisst sich nicht daran, dass dir das Leben zufällig etwas gibt und dir alles leicht fällt. Dein Erfolg bemisst sich allein an deiner Fähigkeit, zu versagen, Frust zu ertragen – und trotzdem weiter zu machen!

Die erfolgreichen Menschen haben zuallermeist mehr Frust auszuhalten gehabt, als die weniger erfolgreichen – aber sie waren im Frust aushalten besser! Denn wenn du deinen Weg weiter gehst, kommst du ganz natürlich immer wieder an Schwierigkeiten und Ängste. Nur die weniger erfolgreichen Menschen vermeiden das, indem sie aufhören, ihre Ziele beharrlich weiter zu verfolgen!
Nach Überwindung dieser Angst tauchen weitere auf, oder diese kommt immer wieder bei jeder neuen Aufgabe. Die erste Überwindung ist allerdings die schwierigste – danach wird es leichter! Die nächste Angst hängt eng mit dieser hier zusammen und kann ebenfalls sehr blockierend sein.

 

Angst, nicht gemocht zu werden / vor Kritik.

Diese Angst äußert sich typischerweise in der Angst vor dem Sichtbarwerden, also einer inneren Hürde beim Sich-zeigen. Auch ich bin nicht immun gegenüber negativer Kritik. Vielleicht ist das niemand zu 100%. Sie trifft mich nach wie vor, selbst wenn sie von einem offensichtlichen Troll/Hater kommt (jemand, der einfach nur alles schlecht redet und harte, unproduktive, teilweise obszön formulierte negative Feedbacks über dich ausschüttet). Bloß trifft mich das inzwischen nicht mehr nachhaltig. Und dann gibt es natürlich die ewigen Besserwisser (die oft selbst relativ wenig Erfolg haben. Sonst hätten sie nicht so viel Zeit zum Besserwissen, sondern würden auf ihrem eigenen Blog darüber schreiben…).
Es war bei mir so schlimm, dass ich eine Zeit lang richtig Angst hatte, auf meinen ersten YouTube-Kanal zu schauen. Trotzdem habe ich es jeden Tag gemacht. Ich bekam übrigens auch eine große Menge positives Feedback – doch irgendwie nahm ich das negative ernster.

Letzteres ist übrigens Blödsinn! Schau dir dein positives Feedback immer wieder bewusst an. Kopiere es dir ruhig auch heraus, drucke es aus und hänge es an die Wand. Fokussiere dich auf das Gute (das kommt auch noch bei der nächsten Angst).
Absolut unproduktive Ober-Meckerer bitte ich freundlich aber bestimmt, sich entweder produktiv zu äußern, oder ich wünsche ihnen alles Gute für ihre eigenen Projekte (diese Menschen sind ja zutiefst gefrustet). Es wirkt ganz witzig, wenn jemand herum schimpft und du schreibst einfach: „Ich wünsche dir alles Gute für dein nächstes XY-Projekt, und dass du liebevollere Kritiker finden mögest.“
In ganz harten Fällen mache ich klar, dass ich mir vorbehalte, solche Kommentare zu löschen. Falschaussagen kannst du – sachlich! – richtig stellen. Begib dich aber NIE auf das Niveau der Hater. Bei Besserwissern kannst du dich auch einfach kurz und knapp für ihre Info bedanken (wenn sie nicht völlig daneben liegen). Auch, wenn du Coach/Berater bist: du musst nicht selbst alles besser wissen J Wenn du dich verteidigst oder erneut besser sein willst, ist das viel unsouveräner, als wenn du das Kommentar schlicht dankend annimmst. Da freut sich der andere und die Diskussion wird kein Ping-Pong-Spiel!
Ich erhielt sogar bereits Likes auf meine besonders guten Antworten auf Meckerer. Andere erkennen schon, in welcher Kategorie der Kritiker war.

Eine Erfahrung von mir: Die polarisierenden Inhalte sind oft die besten. Klingt erstmal komisch und ich weiß nicht genau, warum das so ist (das Warum ist aber auch nicht so wichtig). Dennoch ist eine klare Position wichtig, und du darfst eine solche haben. Dein Standpunkt ist und bleibt ok, auch wenn der andere einen anderen hat. Meine Videos mit den allermeisten Likes etwa hatten auch die meisten Dislikes auf YouTube. Ich glaube, hier greift ein einfacher Mechanismus: beliebte Inhalte verbreiten sich deutlich mehr und weiter. Damit treffen sie auf mehr Menschen und immer auch solche, denen irgendetwas nicht gefällt. Also wird mit steigendem Erfolg auch die Zahl an Menschen größer, die dich nicht gut finden oder sich beschweren. Rechne einfach damit und sei dir bewusst: das ist normal, das geht jedem so.
Hier noch ein Tipp: eine gute Videobeschreibung / Erklärung des Inhaltes und der Zielsetzung halfen bei mir deutlich, negative Kritik zu senken (und z.B. bei YouTube Likes zu fördern). Gilt genauso für all deine anderen Angebote. Sag auch dazu, für wen dein Angebot nicht ist!
In keinem Fall meine ich damit allerdings, dass du berechtigte bzw. anständig formulierte, inhaltliche Kritik nicht annehmen solltest. Wir neigen bei Kritik generell zu einer inneren Abwehr- und Verteidigungshaltung. Oft aber kann sie uns entscheidend weiter bringen – wir müssen aber innerlich „aufmachen.“ Das kostet immer ein wenig Überwindung. Wenn du neue Produkte entwickelst: Sag das einfach! Mach klar, dass du in einer Testphase bist, dass du daher günstiger anbietest, und bitte um konstruktive Kritik. Danach kannst du dein Produkt verbessern und wirst dich selbst besser fühlen, dein Produkt als wertvoller empfinden – und kannst es besser verkaufen. Aktiv geforderte Kritik also bringt dich wirklich weiter.

Es folgt noch meine aller- allerwichtigste Erkenntnis: du wirst negative Kritik nie ganz vermeiden können, und wenn du dein Angebot noch so perfekt zu machen versuchst! Bitte mach dir klar: du und dein Angebot passen nicht zu allen Menschen da draußen! Für viele bist du schlicht uninteressant, manche nervst du aus irgendwelchen Gründen und wirst deshalb bitte nicht weniger kommunizieren (nimm einfach die Genervten aus dem Verteiler), und für einige ausgewählte bist du der ganz große Knaller! Lerne einfach, mit der Zeit immer mehr von dieser letztgenannten perfekten Zielgruppe zu identifizieren und konzentriere dich immer mehr auf diese (und nicht auf die anderen).
Das Thema Perfektionismus führt mich zur nächsten häufigen Angst.

 

Angst, nicht gut genug / professionell genug zu sein.

Wenn du diese Angst hast, dann kommst du mit deinem Produkt einfach nicht heraus. Die Webseite ist noch nicht schön genug, dein Wissen nicht tief genug, dein Auftreten nicht selbstbewusst genug, deine Frisur nie schön genug für ein YouTube-Video – und so weiter.

Diese Angst hat viel mit deinen Selbstzweifeln zu tun, und wirkt sich auch auf deine Fähigkeit aus, gute Preise für dein Angebot zu nehmen (siehe unten).
Um an deinen Selbstzweifeln zu arbeiten, kannst du dich immer fragen: Was habe ich gut gemacht? Bei allem was du tust und gemacht hast. Egal, ob du einen Kurs gegeben hast oder ein Video oder deine erste Webseite. Was hast du gut gemacht? (Wir fragen uns nämlich meistens, was schlecht war. Frage dich da lieber: was kann ich noch lernen?) Tatsächlich ist diese Formulierung unserer inneren Stimme wichtig! Wir sind es oft selbst, die uns ständig klein reden (Susan Jeffers nennt es auch unsere „Chatterbox“, die innere „Plapperkiste.“ Ich kenne sie nur zu gut! Lass deine Plapperkiste weniger reden und pass auf, was sie da sagt!) Zuerst einmal hast du dich getraut, überhaupt etwas zu machen, und bist damit besser als die Hälfte aller anderen. Hattest du einen guten Artikel geschrieben? Ein schönes Logo entwickelt? Ein schönes Foto von dir gemacht? Hattest du schon ein Lob von jemand? Warst du gut vorbereitet auf einen Teil der Fragen? Hattest du schon ein gutes Marketing und solltest im Verkaufsabschluss noch besser werden? Und so weiter.
Mir hilft es immer, mir vorzustellen, dass ich selbst hinter mich trete (in meinem Geist), und mir positiv lobend oder tröstend die Hand auf die Schulter lege. Wenn ich nicht aufpasse, mache ich mich sonst selbst noch zusätzlich schlecht mit meinen (meist überhöhten) Ansprüchen. Sei liebevoll im Umgang mit dir selbst! Das ist wichtig und vielen von uns neu, wenn wir erst einmal die Plapperkiste überprüfen und merken, was wir uns alles jeden Tag selbst an den Kopf werfen.

Was nun die Qualität deines Angebotes betrifft, mach dir klar: Du musst nicht ALLES wissen. Es reicht, wenn du einige Schritte voraus bist. Und diese Schritte kannst du anderen beibringen, bzw. das ist dein Mehrwert – und bei dieser Vermittlung gibst du dein Bestes! Und während du dein aktuelles Wissen vermittelst, wirst auch du selbst weiter lernen. Es ist sogar von Vorteil, wenn du nicht schon viel weiter bist als deine Zielgruppe! Denn dann bist du auch weiter weg und kannst dich weniger gut in die anderen hinein versetzen. Wenn du also ein paar Schritte voraus bist und trotzdem nah genug an deiner Zielgruppe, dann ist das ein sehr guter Zustand. Falls dich jemand auf etwas bei dir Fehlendes hinweist oder dir eine Frage stellt, die du nicht beantworten kannst, bedanke dich fröhlich, gib zu, dass du es nicht weißt, und biete an, es zu klären und auf den Fragenden wieder zuzukommen.

Wofür ich ziemlich lange gebraucht habe, es zu erkennen und worunter ich trotzdem immer wieder „leide“: Perfektionismus ist hinderlich. Anfangen und Ausprobieren dagegen ist hilfreich. Gönne dir schnelle Fehler, dann wirst du auch schnell besser 🙂

 

Angst vor Veränderung

Wir haben Angst vor Veränderung. Angst vor dem Älterwerden zum Beispiel. Vor Armut in der Rente. Oder davor, dass es Facebook irgendwann nicht mehr gibt. Davor, dass wir nicht mehr mithalten können mit dem Wechsel an Technologien.
Veränderung ist so sicher wie die Tatsache, dass sich die Erde dreht. Dennoch fürchten sich Individuen wie Organisationen vor Veränderungen. „Das haben wir schon immer so gemacht.“ „Das haben wir noch nie so gemacht.“ Aber die Veränderung vollzieht sich, ob wir wollen oder nicht.

Was mir dabei gefällt ist, dass ich gelesen habe, dass wir in dem Alter unserer 40er und 50er Jahre unser Potential oft voll entfalten. Wir haben eine gute Reife erlangt, hängen weniger in Problemen des Berufsstarts fest und sind uns klarer darüber, was uns wichtig ist und wer wir sind. Oft entdecken wir auch eine Portion Spiritualität. Gute Aussichten also fürs älter werden!

Ich rufe mir hin und wieder in Erinnerung, wie langweilig mir in der Schule und in meinen ersten Jobs wirklich war. Ich erinnere mich dann, wie sehr ich mir heimlich gewünscht habe, mein Leben sei ein Abenteuer. Dass ich nicht bereits genau wissen möchte, was dieser Tag bringt, wenn ich aufstehe. Dass ich neue Chancen ergreifen können will und mit offenem Geist durchs Leben gehen will. Dass ich mit 90 Jahren immer noch jung denken möchte. Wenn ich mich daran erinnere, dann freue ich mich auf Veränderung. Denn sie wird mir helfen, immer dynamisch zu bleiben. Ich hoffe, es geht dir auch so – ansonsten gilt dasselbe wie bei der Angst um deine Sicherheit.

Mach dir übrigens klar: auch in einem Job mit Festanstellung musst du immer dazu lernen. Außerdem würde es sonst ja total langweilig. Und je mehr du selber stehst, desto weniger träge wirst du sein. Und: wenn die Veränderung vollzogen ist und du die Vorteile erkennst, vergisst du den einstmals mit der Veränderung verbundenen Schmerz.

Nach diesen großen, allgemeinen Ängsten möchte ich noch auf ein paar Ängste kommen, die eher im Zusammenhang stehen mit einem Solopreneur Online-Business.

 

Angst vor zu enger Positionierung / Mangel an Kunden
und
Angst vor dem Festlegen (wo doch so viele Ideen da sind)

Diese Ängste habe ich immer noch und immer wieder. Nun, meine Antwort ist zweigeteilt: wenn deine Zielgruppe enger ist, fällt das Marketing leichter. Der Gewinn von Kunden wird einfacher, nicht schwieriger! Du kannst gezielter suchen. Ein echter Mangel liegt selten vor – allein in Deutschland leben 80 Millionen Menschen (wir können uns das gar nicht richtig vorstellen), und dann kommen noch Österreich und die Schweiz dazu, falls du deutschsprachig arbeitest.
Jetzt kommt aber noch ein anderer Aspekt des Sich-Festlegens dazu: ich wollte mich überhaupt nicht festlegen, weil ich nicht mein ganzes Leben lang dasselbe machen wollte! Und das hat mich blockiert. Bis mir jemand irgendwo mal gesagt hat (es war wohl in einem YouTube-Video), dass die Festlegung ja immer nur für das aktuelle Produkt gilt! Also setze den Fokus projekt- bzw. produktbezogen so eng. Und danach hast du wieder alle Freiheiten des selbstständigen Online-Lebens, noch ein anderes Produkt, eine andere Webseite, eine andere Methode zu testen. Falls dir danach ist – ansonsten fährst du ja auch wunderbar mit deiner einen Expertenrichtung!

 

Angst vor dem Preise setzen / dem Verkaufen

Ja, das hier ist ein Thema für sich. Jeder, der ein Online-Business führen will, muss auch verkaufen und Preise festlegen, es geht nicht ohne. Das Verkaufen ist nicht unbedingt angenehm – mir läuft es immer kalt den Rücken herunter, wenn ich an schmierige, heraus geputzte Verkäufer-Typen denke, die aufdringlich sind, mir wirklich alles versprechen, damit ich ihr Produkt kaufe, und die nur an ihren „Close“ (den Verkaufsabschluss) und das Geld in ihrer Tasche denken. Hast du auch so ein Bild im Kopf? Und weil wir so nicht werden wollen – jedenfalls ich nicht – haben wir leider die Sorge, so vielleicht werden zu müssen, um zu verkaufen. Und schon haben wir eine Blockade. Gottseidank gibt es ja die Wege des Content Marketing, so dass du dich mit guten Inhalten abheben kannst! Du kannst auf angenehme Weise deine Produkte anbieten, ohne völlig zu nerven (oder nur ein bisschen :)). Wenn du online verkaufst, bietest du deine Dienste eher passiv an, über die Webseite bzw. nach einem Webinar. Und wer’s nicht mag, klinkt sich aus. Du drängst dich nicht auf, sondern lädst die Leute ein und lieferst einen Teil umsonst. Ganz bequem eigentlich.
Kommen wir aber noch auf das Preis-Thema. Orientiere dich am besten nicht am Wettbewerb. Ermittle zwei Dinge für dich: was willst du im Jahr verdienen (ehrlich und realistisch gesetzt, du kannst es ja laufend anpassen!), was musst du dafür für ein Produkt anbieten, und: wie fühlt sich dieser Produkt-Preis für dich an? Wenn er sich völlig ungut anfühlt, dann hast du noch nicht das richtige Wertgefühl für dich selbst und dein Produkt. In dem Fall: fang mit einem niedrigeren Preis an! Teste dein Produkt, hole dir Kritik ein, verbessere es. Bau dein eigenes Vertrauen in dich und deine Produkte auf. Und dann: setze den Preis nach oben. Setze ihn an die Grenze, die dich nicht völlig, aber leicht nervös macht („Kann ich wirklich so viel verlangen?“). Oder entwickle erst ein Niederpreis-Angebot, darauf aufbauend ein Premium-Angebot. Du musst nicht gleich oben starten – gönne dir einen angenehmen Aufstieg, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren!

 

Angst vor zu viel und ständiger Arbeit

„Als Selbstständiger arbeitet man selbst und ständig.“ Kennst du den Spruch? Er scheint allgegenwärtig. Dass das so nicht sein muss, beweisen pfiffige Online-UnternehmerInnen jeden Tag mit skalierbaren Produkten. Denke auch du daran, solche zu entwickeln (du musst ja nicht zu 100% darauf setzen). Allerdings halte ich Verkaufs-Versprechen der Art: mit meinem Produkt wirst du ganz schnell reich und machst sechsstellige Umsätze für daneben. Es gehört Zeit, inneres Wachstum und Fachwissen in Technik und Marketing zu einem Online-Business. Schaut man die Lebensgeschichten vieler Online-Unternehmer an, gehören schon mal 3-5 Jahre Entwicklungszeit dazu, bis sie dahin gekommen waren, wo sie heute sind. Und es hängt davon ab, ob sie vorher schon offline mit demselben Thema selbstständig waren. Sicher hat manch einer irgendwann mal ein Webinar gemacht, wo er erstmals 10.000€ umgesetzt hat (aber wie lange vorher wurden Mail-Adressen gesammelt? Wie viel Geld floss in Werbung? Welche günstigeren Produkte wurden vorher verkauft?). Freilich kannst du das auch schaffen. Du brauchst Ziele, Durchhaltevermögen, Selbstmotivation, Disziplin und Wissen. Ich würde nie behaupten, dass es nicht am Anfang viel Arbeit ist, viel Zeit braucht, und immer wieder erst neues Wissen erlernt werden muss, bis es irgendwann so richtig abhebt. Und trotzdem ist es all das absolut wert! Bei mir ist es mit meiner Teilzeit so, dass ich regelrecht der Zeit für meine eigene Unternehmung entgegen fiebere, und ich arbeite gerne „nach Feierabend“ und am Wochenende weiter. Weil ich Ziele vor Augen habe.
Ich weiß von anderen, dass sie lange in Urlaub fahren oder sich um ihre 5 Kinder kümmern können, teils deutlich weniger arbeiten als vorher und einfach selbstbestimmter leben können. Das heißt nicht, dass nicht immer wieder Phasen intensiver Arbeit kommen. Aber wenn du etwas tust, das du liebst, fühlt es sich nicht an wie angestellte Arbeit und du hast Spaß und Freude dabei. Du schaffst echten Wert – für deine Kunden und für dich selbst.

Wenn du dein Online-Business mit skalierbaren Produkten oder Affiliate-Marketing (du vermarktest Produkte anderer) ausweiten kannst, wirst du es schaffen, nicht mehr nur deine Zeit zu verkaufen. Dann kannst du mit immer weniger Zeit immer mehr erreichen.

Und: denke rechtzeitig ans Delegieren! Du kannst einen Sekretariatsservice mieten, einen virtuellen Assistenten, Steuerberater, Hilfe bei der Buchhaltung. Bitte gönne dir auch Urlaub und plane ihn ein. Du bist auf Dauer effektiver, wenn du nicht wirklich alles selber machst! Musst du auch nicht.

 

Angst vor Isolation

Diese Angst habe ich erst später bei mir entdeckt. Ich wollte so sehr raus aus meinem Job, dass ich alles nur noch negativ gesehen habe. Und irgendwann ging mir auf, dass ich gerne mit meinen KollegInnen plauderte, gemeinsam zum Essen ging, den Austausch mochte. Würde ich als Online-Unternehmerin jetzt den ganzen Tag nur noch allein vorm Rechner hocken?
Die Antwort lautet: du kannst es aktiv steuern, genauso, wie du ab jetzt aktiv dein ganzes Leben steuern wirst. Du kannst auf Kongresse und/oder Meetups gehen und Unmengen neuer toller Leute treffen. Du kannst Kooperationen mit anderen großartigen UnternehmerInnen eingehen (denn auch, wenn du Solopreneur bist, musst du nicht alles allein machen – denk auch an Kombi-Produkte mit anderen!) Du kannst interessantere Menschen treffen als jemals zuvor und solche, die alle in einer ähnlichen Situation stecken wie auch du. Sobald dein Unternehmen stabil läuft, kannst du mehr Zeit für Freunde und Familie oder neue Hobbies nutzen – ganz so, wie du es selber willst!

 

Angst, überrannt / überfordert zu werden von zu vielen Kunden

Ehrlich gesagt: diese Angst ist unbegründet. Wenn du anfängst mit deinem Business, wird dich kaum irgendjemand bemerken. Auch, wenn du denkst, dass ja deine Internetseite völlig öffentlich ist: kaum jemand wird sie finden, sich einfach so dafür interessieren, dir dein Angebot aus den Händen reißen. Das soll dich jetzt auch nicht demotivieren – aber es ist die Wahrheit, und es ist ganz normal. Es geht jedem so. Nicht umsonst gibt es die große Zunft der Marketing-Experten. Dich an deine Kunden zu bringen, ist (zumindest anfangs) aktive Arbeit. Es wird dir mit der Zeit leichter fallen. Falls du in die Situation kommst, dass man dir wirklich irgendwann die Bude einrennt, freue dich – und wähle nur noch deine für dich besten Wunschkunden aus, um mit ihnen wunderbar und mit maximalem Spaß zu arbeiten.

Ich hoffe, dieser Artikel konnte dir etwas geben und wird dir helfen. Lass dich nicht länger von deinen inneren Hürden leiten! Wenn du magst: schreibe mir hier in den Kommentaren zu deinen Ängsten.

Liebe Grüße,
deine Anja

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