Marketing für Vielseitige (Scanner) – und doch eng positionieren?

Ich selbst habe oft mit vielseitigen Menschen und Coaches zu tun – vielleicht, weil ich auch selbst vielseitig bin und genau weiß, wie sich das anfühlt.

Welche speziellen Themen ergeben sich aus der Vielseitigkeit für dein Business, dein (Online)Marketing und letztendlich dein Leben?

Hast du keine Lust auf „enge Nischen“, weil es sich für dich ZU eng anfühlt?

 

Was Online-Marketing von dir fordert: „Sei eng“

Es ist fast egal, wo du schaust – jeder vernünftige Marketer wird dir sagen, du sollst dich „spitz“ positionieren und dir eine möglichst enge Nische suchen.

Ich möchte gerne klären, warum Marketer das sagen, und wie du wahrscheinlich darauf reagieren wirst (nämlich mit innerer Ablehnung…). Und: welche Lösungen gibt es trotzdem für dich?

Im Online-Marketing ist eine spitze Positionierung sinnvoll, weil:

  • Du bei allen Werbeanzeigen nur dann kein Geld verbrennst, wenn du weißt, wen du ansprechen möchtest und welches Problem du löst. Du musst deine Zielgruppe oder deren Suchworte genau kennen und auswählen, ansonsten haben deine Anzeigen nur wenig Erfolg oder sind sehr teuer.
  • Wenn du dich nicht spitz positionierst oder keine konkreten Probleme ansprichst, schreibst du sehr allgemeine Texte (z.B. auf deiner Startseite oder Angebotsseite auf deiner Website). Du denkst zwar, dass das dann für eine große Zahl Menschen passen müsste. Doch dies erweist sich immer wieder als Irrtum. In Wahrheit findet sich dann kaum einer bei dir wieder und besser erkennbare Experten werden bevorzugt.
  • In Erstgesprächen erzählen dir die Menschen öfter: „Ich weiß nicht wirklich, ob das jetzt zu mir passt“, obwohl du eigentlich das Gefühl hast, derjenige könnte deine Hilfe gut brauchen. Die Menschen melden sich nicht mehr bei dir oder können sich nicht richtig für dich entscheiden.

Das sind auch schon die Hauptgründe. Es ist, ganz besonders online, wirklich schwierig, wenn du keine konkreten Probleme benennst, weil du lieber gern vielseitig und „individuell“ arbeiten würdest.

Natürlich kann der Grund sein, dass du einfach noch nicht die passende Zielgruppe gefunden hast für dich. Oder du bist noch neu dabei und hast dein Angebot noch nicht fertig entwickelt. Das wäre aber etwas anderes.

Aber falls du dich einfach nicht festlegen WILLST, dann meistens, weil du so vielseitige Begabungen und Interessen hast.

Wenn du herausfinden willst, wie sehr du wirklich ein „Scanner“ (vielseitig Begabte/r) bist, oder welcher Typ von vielseitig, dann sei dir sehr das Buch von Barbara Sher ans Herz gelegt, wenn du es nicht eh schon kennst („Du musst dich nicht entscheiden, wenn du 1.000 Träume hast“).

Prüfe jetzt mal kurz die Liste folgender Gedanken:

Wie du auf die „Spitz“-Anforderung reagierst

Nachdem ich mich selbst nie wirklich „lebenslang“ für ein Ding entscheiden konnte, und inzwischen viele andere unter meinen Kund*innen dazu befragt habe, habe ich die folgenden inneren Widerstände erlebt, gehört und selbst gefühlt:

  • Nein! Ich kann unmöglich die EINE Sache finden, die mich ein Leben lang ausfüllt. So bin ich einfach nicht gemacht.
  • Ich weiß genau, dass mich das zu Tode langweilen würde.
  • Ich will einfach meine vielen Sachen nicht aufgeben, weil ich sie sehr liebe, zu tun.
  • Ich will mit vielen verschiedenen Kunden arbeiten. Weil ich das mag und weil mich die menschliche Dimension in ihrer ganzen Breite interessiert.
  • Schön, dass der Marketer mir was von spitzer Positionierung erzählt. Aber der versteht mich eben nicht richtig.
  • Wird schon funktionieren bei mir – in Wahrheit bin ich doch breit viel besser aufgestellt. Der Marketer ist halt anders als ich / irrt sich / meine Kunden werden individuell toll finden.

Es werden dir die Berater oder Werbefachleute noch so viel erzählen können, dass du dich mehr ausrichten musst und du dich entscheiden sollst.

Wenn sich in dir alles dagegen sträubt, dann müssen eben neue Lösungen her!

Dein Beruf muss ja zu dir passen. Also, wie kann das nun zusammen gehen?

Lösungen und Hinweise für die Vielseitigkeit im Marketing

Eine Sache sei gleich angemerkt, von der ich dich bitte, das einfach mal wirklich zu glauben:

Es ist sehr sehr sehr schwierig und wirklich teuer, wenn du eine Kampagne startest (und damit meine ich bezahlte Werbeanzeigen oder zumindest eine zielgerichtete Kommunikation nach außen), und du streust das richtig breit und nicht bezogen auf bestimmte Probleme / Nöte / Bedarfe.

Nein, leider wird dein Pfeil dann nicht die richtigen oder interessanten treffen, weil die sich darunter dann auch nicht erkennen. Deine Vielseitigkeit wünschst DU dir, die aller aller meisten potentiellen Kunden wünschen sich einen Experten für genau ihr Problem.

Deshalb müssen hier Brücken zwischen deinen Bedürfnissen und denen der Kunden geschlagen werden. Sonst hast du keine oder nicht so viele Kunden oder die verkehrten – das hilft ja dann auch nicht 🙂

Folgende grundlegenden Fragen solltest du zuerst klären, ggf. sogar mit einem Coach extra für Scanner:

  • Welche deiner Interessen können ein Hobby sein oder bleiben, welche sollen tatsächlich in dein Business einfließen?
  • Welchen Turnus hast du im Wechsel zwischen deinen Interessen?
  • Lernst du immer wieder Neues – oder kehrst zu zyklisch zu deinen Themen zurück?
  • Eine der allerwichtigsten Fragen: welche Aspekte kannst du zu deinem neuartigen, einzigartigen Business verweben, so dass du viele davon auf einmal abdecken kannst und gleichzeitig deinen USP stärkst? (USP = Marketing-Sprech für unique selling proposition oder einfach: deine Einzigartigkeit)

 

Lösung 1: Du machst viel, aber sprichst jeden Kundentyp einzeln an.

Wenn du mit vielen verschiedenen Kunden arbeiten magst, solltest du sie einzeln ansprechen.

Ganz konkret meine ich damit, dass du entweder jedem Kunden mit seinem spezifischen Problem eine eigene Unterseite deiner Website widmest, und demjenigen dort dann dein Angebot erklärst.

Oder, im extremeren Fall, hast du mehrere verschiedene Websites, die sich auch im Aussehen unterscheiden können.

Nachdem man heutzutage Websites sehr schnell aufsetzen kann und es unendlich viele vor-designte Layouts gibt, ist das evtl. weniger Arbeit, als du denkst.

Hierbei ist es wichtig, dass du jeweils die Probleme gut kennst und schildern kannst.
Vielseitige Life-Coaches z.B. tun gut daran, sich hier auszuspezifizieren.

Beispiel: Life Coach für das große Thema „Entspannung“.

Dann könnten mögliche Zielgruppen sein:

  • Gestresste Mütter, die alles für die Kinder gegeben haben
  • Angestellte, die sich im Hamsterrad fühlen
  • Selbstständige im Burnout

Jetzt denkst du vielleicht: passt doch alles super zusammen.

Wenn wir aber genauer hinsehen, könntest du dich auf einer Unterseite für Mütter selbst als Mutter zu erkennen geben, sehr persönlich mit diesen reden, und speziell darauf eingehen, wie man eine gute Mutter bleibt und trotzdem die eigenen Bedürfnisse leben kann. Es wird dabei ergo auch um die Kinder gehen.

Der Angestellte interessiert sich evtl. überhaupt nicht für Kinder, will evtl. Selbstständig werden oder hat ein Thema mit Mobbing, etc. Und der Selbstständige braucht vlt. Zeitmanagement-Tools oder hat keine für sich passenden Kunden und ist deshalb gestresst.

Sprich: die gefühlten Probleme und mögliche Lösungen könnten sehr verschieden aussehen.

Ich habe aber auch schon Coaches gesehen, die boten Paarberatung, Berufungsfindung, Personalberatung und Entspannungskurse an, alles so untereinander aufgelistet.

Zum einen wirkt das nicht unbedingt, als seist du ein Experte (auch wenn Coaching-Ausbildungen darauf ausgelegt sind, mit ihren gelehrten Methoden ja alles lösen zu wollen – das ist aber auch ein bisschen das Problem mit den Coaching-Ausbildungen… zum Marketing lernt man da oft wenig und hinterher ist man der 5.000ste systemische Coach…).

Zum anderen ist es wichtig, für dich in der Realität zu prüfen, wo du wirklich gut helfen kannst, und den Menschen auch spezifische Tools und Lösungen in Aussicht zu stellen.

Ergo fühle dich hinein in die verschiedenen Zielgruppen, und sprich sie unterschiedlich an. Das geht übrigens bis hinein in Bildmotive. Und kreiere passende Unterseiten und einzelne Angebote gezielt für jede Zielgruppe / jedes einzelne Problem. Klingt nach viel Arbeit?

Bitte bedenke: Bezahlte Werbung (die die meisten früher oder später nutzen) erfordert, dass du entweder eine Zielgruppe auswählst oder auf Suchworte eingrenzt.

Die meisten LifeCoaches wollen dann auf „LifeCoaching“ werben. Alles unter einem Hut eben. Und 3x darfst du raten, wie unglaublich teuer das dann wird! Und leider hast du gar keine Ahnung, was derjenige eigentlich wirklich sucht… was dann schnell zu hohen „Absprungraten“ auf deiner Website führen kann.

Während z.B. aus dem Bereich Paarberatung allein das Thema „Trennen oder bleiben?“ so viel einfacher zu bewerben wäre… um nur eines von vielen Beispielen zu nennen.

Fazit hier: Aufgabe ist also, spannende Themen und Zielgruppen zu finden und sich einzeln(!) mit ihnen auseinander zu setzen. Spätestens bei einer Werbekampagne ist Fokussierung gefragt – du kannst aber für viele verschiedene Dinge abwechselnd werben.

Dazu passt meine Podcast-Folge vom Schloss mit den vielen Eingängen: KLICK HIER ZUM PODCAST

 

Lösung 2: Du kombinierst Dinge ungewöhnlich und hebst dich dadurch ab

Natürlich kannst du auch deine Talente kombinieren!

Folgendes wäre beispielhaft denkbar: du willst den Selbstständigen im Burnout helfen und konzentrierst dich auf die spirituell Interessierten.

Du selbst hast die Interessen Yoga, Wohnung einrichten, Gärtnern und willst im Grunde einen Entspannungskurs anbieten.

Du entwickelst ein einzigartiges Angebot, wo du Entspannungsübungen und Yoga extra für Selbstständige anbietest, evtl. mit Meditationen, die noch auf die Themen schwierige Kunden oder ähnliches eingehen.

Zusätzlich erklärst du, mit welchen Pflanzen und welchen Mitteln man sein Arbeitszimmer in einen richtigen „Kraftort“ verwandeln kann, welche Musik beim Arbeiten gehört werden kann, und so weiter.

Hier ist die Idee, ein wirklich spannendes Paket für eine recht eng bestimmte Zielgruppe zu entwickeln, der du dann an vielen Ecken mit deinem Wissen genau und gut helfen kannst. Diese eine Zielgruppe wird dich lieben und du hast etwas Besonderes und Abwechslungsreiches anzubieten.

Vielleicht ist mein Beispiel dir zu konstruiert – du musst natürlich selber kreativ werden in Hinblick auf genau deine Interessen-und-Fähigkeiten-Kombination 🙂

 

Lösung 3: Du machst aus jedem Wissen ein Produkt

Wenn du Vieles gut kannst, ist es möglich, mit jedem Wissen z.B. einen Online-Kurs zu erschaffen. (Das ist das Großartige am Online-Business, dass das hier mit Info-Produkten so gut geht).

In diesen vermittelst du jeweils ein Thema. So hast du selbst Abwechslung – wenn du gelernt hast, den einen Kurs gut zu verkaufen (was besonders bei Nischenthemen gut funktionieren kann), kannst du dich dem nächsten Thema widmen und dieses zu einem Kurs machen.

Zu bedenken ist aber, dass du für die Vermarktung meistens auch noch Zeit brauchst.

Wenn dich das interessiert: Hier ist mein Angebot zu Online-Kursen

So das war’s! Ich hoffe ich konnte dir ein paar Dinge klarer machen bzw. Anregungen geben, wie das eigene Business als vielseitiger Mensch auch online gut funktionieren könnte.

Falls du viele Zielgruppen hast und nicht weißt, was diese online suchen, könnte dir auch mein Google-Keyword-Kurs helfen zur Suchmaschinen-Optimierung für die Menschen.

Viel Spaß beim eigenen Kreativ-Werden!

Liebe Grüße –

Deine Anja

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