Online Marketing für Coaches

Marketing für Coaches: diese 5 Dinge musst du wissen + 1 Flop-Geschichte

Achtung: dieser Artikel geht ins Eingemachte, was so viele Websites bzw. die Ausrichtung von (Life)Coaches angeht.

Ich will dir damit nicht auf die Füße steigen, sondern dir wirklich helfen.

Ich möchte dir ein bisschen die Augen öffnen, und werde ehrlich (und manchmal hart) sein, falls du Coach bist oder werden möchtest.

Meine Anmerkungen sind kein Vorwurf an dich und du bist auch nicht „doof“, wenn du Website-Texte hast, die ich als schlechte Beispiele anführe!

Coach werden ist ein sehr häufiger Berufswunsch, die Coaching-Ausbildungen boomen – nur was lernst du eben NICHT? Dich zu vermarkten. Das ist jedoch ein wichtiger Teil, wenn du mit deinem Tun ein echtes Business erschaffen möchtest.

Am besten, du legst deine aktuelle Website daneben oder gehst sie im Geiste durch, wenn unten meine Beispiele zur Kunden-Ansprache kommen:

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Das erwartet dich inkl. vielen Beispielen:

  • Die rätselhafte Geschichte eines Website-Relaunch-Flops
  • #1 Sei erkennbar für den, der ein echtes Problem hat.
  • #2 Zeige deine Expertise für genau das Problem und dass du es schon mal gelöst hast
  • #3 Kommuniziere detailliert, unmittelbar, und im Jargon der Kunden
  • #4 Biete die Lösung für jenes echte Problem (und biete keine Lösungen für Probleme, die keine sind).
  • # 5 Vermarkte dich im größeren Stil (jetzt erst)
  • Fazit: Wie sieht deine Website aus?

Gemäß einer Studie, die ich neulich irgendwo gelesen habe, verdient ein Großteil der Coaches unter 20.000€ im Jahr. Das ist leider kaum genug, um irgendwie gut davon zu leben.

Die oft größte Herausforderung: laufend neue KundINNen anziehen! (sollte ich mal nicht gendern, bitte: ich meine immer beide Geschlechter).

Kommen über deine Website bereits aktiv genug Interessenten auf dich zu?
Oder eher nicht?
Ich starte mit einer wahren Geschichte…

 

Die rätselhafte Geschichte eines Website-Relaunch-Flops

Ich hatte diesen Website-Kunden aus dem Coaching-Bereich. Er hatte eine einfache kleine Website, auf die eine Google-Werbeanzeige geschaltet war. So kamen die Besucher.

Diese einfache kleine Einzelseite – ja, die ganze Website hatte nur genau eine Seite! – generierte laufend Kunden und befeuerte sein ganzes Business. Komplett. Er konnte davon leben.

Die Seite war irgendwann mal ganz fix entstanden. Daher war sie auf das aller Wesentlichste reduziert. Die Anzeigen auf Google holten Suchende zu genau seinem Angebot ab, die lasen diese eine Seite, und meldeten sich sogleich.

Dann wollte sich der Coach „professionalisieren“, weitete die Website aus. Die Texte wurden länger, er wollte z.B. unbedingt seine Ausbildungen nennen. Alles sollte wissenschaftlich fundiert dargestellt sein.

Der selbe Coach, ähnliches Bildmaterial. Das selbe Thema. Die selbe Google-Anzeige.
„Nur“ komplett neue Texte, verpackt in schickem, modernem Design (wobei sogar die Farbgestaltung ähnlich blieb).

Vom laufenden Business runter auf NULL

Das Ergebnis: NIEMAND hat sich mehr gemeldet!
(Ich war weder Autor noch Marketing-Beraterin für diese neuen Texte, ich habe es quasi in schickes Design gegossen. Richtig schick).

Das hat mich wach gerüttelt, das war ein Schlüsselerlebnis!

Fieberhaft ging ich auf die Suche nach Erklärungen, und fand sie bald (nicht im Auftrag, das machte ich für mich).

Das Design ist es nicht

So viel vorweg: Design ist überbewertet 🙂
Das sage ich nicht, weil ich Design nicht mag, schließlich hab ich lange selbst Webdesign gemacht. Gutes Design kann total helfen, aber es ist nicht entscheidend.

Design ist schön, und wenn du es gern designt haben willst, stört das nicht.

Design kann guten Inhalt aufwerten und strukturieren – aber es macht NIE schlecht fokussierte Texte wett!

Social Media ist es auch nicht

Stell dir vor, du machst lauter Postings in Social Media, die ja meist auf die Website zeigen – und die führt einfach nicht dazu, dass sich jemand meldet! Nützt so nix.

Wäre nur mehr Arbeit mit auch nicht mehr Ergebnis.
Nein, du musst bei dir beginnen…

Herz und Hirn deiner LeserINNEN erreichen

Ich fand Antworten, indem ich mich damit beschäftigte, welche Elemente auf einer Website entscheidend sind, genauer: welche Textelemente wichtig sind.

Oder noch viel besser ausgedrückt: Was beim Leser im Kopf und im Herzen passiert, je nachdem, was er vorfindet, was er liest (Stichwort hier: Neuro-Marketing).

WIE die Texte gemacht sein müssen. WIE sie im Gehirn des Lesers wirken. Dazu gibt es eigene Forschung, und – mehr im englischen Raum – eigene Profis: man nennt das dort „Copywriting“. Der Text heißt dann „the Copy“.

Im Deutschen kann man höchstens sagen: „Werbetexten“. Klingt doof und langweilig und nach Verkaufsmasche.

Doch ganz im Gegenteil. Es ist sogar ein alles entscheidender Faktor. Es ist hoch psychologisch mit unseren Texten, und daher auch so spannend.

Wobei die Texte nur das Endergebnis sind – zugrunde liegt dein tiefes Kunden- und Problemverständnis, das du hier spiegelst. Oder eben auch nicht.

Mir wurde sehr klar: es lag am Inhalt der Website.

(Jener Coach hat später wieder viele seiner alten Texte eingebaut in das neue Design. Er hatte in der Eile der ersten Website spontan Vieles richtig gemacht. Und als er mit dem Kopf anfing, alles durchzugrübeln, lief es nicht mehr).

 

„Was soll ich nun konkret tun?“ – warum du dir unbedingt deine Zielgruppen klar machen musst

Ok, ich hoffe, du willst langsam wissen, was jetzt das Geheimnis um die Inhalte deiner Website ist, und was du ZUERST leisten musst, damit es klappt!

Die allermeisten Coaching-Websites ähneln sich in ihren Themen, ihrer Allgemeinheit, und den vielen „Floskeln“ (nenne ich jetzt mal so), die sich dort wiederholen, ohne irgend jemanden zu erreichen.

Wenn dein Traum also nicht gleich wieder scheitern soll, ist es wichtig, sich eines klar zu machen: eine deiner größten Herausforderungen wird das Anziehen neuer KundINNen sein.

Laufend. Und es ist leider nicht super-einfach, weil:

Coaches gibt es wie Sand am Meer.

Und das sag ich jetzt nicht, weil ich dich davon abbringen will.
Sondern weil es ganz einfach die Wahrheit ist.

Ich könnte es machen wie so viele Online-Marketer, und dir sagen: ja, ist alles ganz einfach. Du wirst High Price Coach, die Leute rennen dir in 3 Monaten die Bude ein. Musst nur eine Facebook-Ad schalten, dann ein Webinar, und dann hast du mit Leichtigkeit dein 6-stelliges Business (oder gleich die Million).

Nö.

Das Problem mit Sand am Meer ist: es gibt so viel davon, dass er per se  (erstmal) nicht viel wert ist. Und ich als coaching-williger Kunde habe die Wahl aus hunderten und aberhunderten Anbietern.

Und: die Sandkörner unterscheiden sich kaum voneinander. Erste Aufgabe ist, deinen Sand „besonders“ zu machen.

Dein größtes Problem ist, dich in einer überfüllten Branche bemerkbar zu machen (nichts anderes heißt Marketing), und für passende Kunden überhaupt erkennbar zu werden als ihre Lösung (als GENAU ihre Lösung).

Du musst deinen Sand am Strand verkaufen.

Das wird Arbeit werden. Einfach eine Website reicht nicht!

Daher kommen jetzt:

 

Die 5 Notwendigkeiten für gutes Online-Marketing für Coaches inkl. Textbeispielen

Das Problem mit dem vielen Sand am Strand führt zur Notwendigkeit Nummer 1:

#1 Sei Erkennbar für den, der ein echtes Problem hat.

Ich hätte jetzt auch schreiben können: „Du musst dich einzigartig und spitz positionieren“.
So drücken es die Marketer halt aus. (Vielleicht hast du das schon öfter gehört und es langweilt dich sogar… lies bitte trotzdem weiter).

(Wenn du dich auf deiner Seite bereits eng auf genau 1-2 Kunden-Avatare festgelegt hast, dann kannst du direkt unten weiter lesen, dann klick bitte hier, um zum Kapitel „Der beste Einstieg oben auf deiner Website“ zu springen.)

Klingt selbstverständlich, dass du für einen, der ein Problem hat, erkennbar sein musst. Ist es aber in der Praxis bei der Umsetzung nicht.

Ja, oft ist nicht mal das konkrete Problem bekannt, das du lösen willst… ergo wird es nicht benannt auf deiner Website bzw. in deiner Kommunikation, wo immer sie stattfindet.

Ich stelle immer wieder fest: die meisten Coaches glauben entweder, bereits spitz positioniert zu sein, oder zumindest, die Probleme potentieller Kunden oder eine Lösung doch erkennbar beschrieben zu haben.

So weit ich sehe, ist das selten tatsächlich der Fall!
Doch leider zahlt kaum jemand einfach so für ein bisschen allgemeine Begleitung im Leben.

Oder, das ist auch nicht selten: du willst dich eigentlich nicht spitz positionieren.
Denn du bist ja Coach geworden, um vielseitig zu arbeiten.
Du hast jede Menge Ausbildungen, willst sie alle nutzen, und ganz individuell arbeiten.
(dazu mehr gleich noch unter Punkt #2…).

Wer hat Leidensdruck, was ist das Problem?

Aber: für wen bist du denn wirklich am besten geeignet? Kannst du wirklich jedem gleich gut helfen und willst du mit jedem arbeiten? Gibt es manche, mit denen es viel mehr Spaß macht oder die viel besser zahlen können? Wer hat wirklich einen Leidensdruck (eine wichtige Frage)?

Wenn du es machst, wie so viele (Life)Coaches, dann möchtest du wahrscheinlich mindestens 3 der folgenden Themen-Komplexe (oder ähnliche weitere) abdecken:

Coaching zu Privatleben und Beruf, Berufungsfindung, nächste Karriere-Stufe, Bewerbungsgespräche, Veränderungen im Betrieb, Kommunikationsprobleme, Konfliktschlichtung, Work-Life-Balance, älter werden, Trauerbegleitung, das Leben so im ganz allgemeinen besser bewältigen und gestalten, Stress in der Familie, gute Mutter sein, Paartherapie,  Interkulturelles, Streitschlichtung.

Für Jugendliche wie für Leute mittendrin, und auch für Senioren. Deine Methoden sind für alles und jeden da, gar kein Problem. Ich kenne gar nicht so wenige Coaching-Websites, die 5 der Themen oder sogar ALLE nennen.

So bist du NICHT erkennbar und arbeitest gegen die Hirne deiner Website-Besucher:

Durch die Breite an Themen bist du dann schnell gezwungen, ganz allgemein zu formulieren (etwa „Ich bin Begleiterin auf Ihrem Weg, gemeinsam erarbeiten wir Ihre Lösungen.“).

Frage: wie erkennbar bist du für jemanden aus deinen X Zielgruppen als GENAU seine Lösung? Wenn das alles auf deiner Website steht?

Antwort: leider kaum bis gar nicht.

Ich weiß, du denkst, deine Website-Besucher navigieren zu dem Punkt, der für sie passt. Deine Website-Besucher suchen sich schon selber das passende heraus. Du gehst davon aus, dass dein Besucher alles interessiert durchforstet. Je mehr du machst, denkst du, desto besser. Umso größer der Kreis potentieller Kunden.

Das ist leider ein ganz ganz großer Irrtum!

Das Geheimnis heißt: Fokus. Nicht: die große Suche.

Erster wichtiger Hinweis: mische nie Berufsberatung und Privat-Coaching (jedenfalls nicht auf einer Website).

Gerade für Firmen oder Manager ist es abschreckend, wenn du das tust. Die wollen jemand, der sich voll und ganz im Firmenleben auskennt, die Mechanismen dort versteht, die Karriere-Wege und die Innensicht kennt!

Im Business-Coaching wird (meistens, aber nicht immer) deutlich mehr bezahlt, hier ist die Konkurrenz dafür noch größer.

Abgesehen davon: SocialMedia-Kanäle musst du entsprechend auswählen, die haben auch berufliche und private Ausrichtung, also wirst du dir enorm schwer tun mit einem Mix.
Denn was verbreitest du wo? Alles überall? Das ist kein guter Weg.

Am besten geht: genau 1 Zielgruppe. Ich empfehle höchstens 2 verwandte
(pro Website, mehr dazu unten für die hartnäckig Vielseitigen).

Aus Sicht deines Website-Besuchers gesprochen: Wir können 5 Dinge / Punkte / Aufzählungen / Menüpunkte noch halbwegs gut überblicken.
Aber bereits das ist anstrengend für uns Menschen. Das ist aus Marketing-Sicht schon zu viel.

Wenn du hingegen genau für eine Zielgruppe dann 5 passende Blog-Artikel hast, ist das kein Problem – denn das sollten alles Aspekte sein, die zu deinem Besucher passen. Damit er sich darin erkennt.

Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit, mit jeder weiteren Zielgruppe und jedem Punkt im Menü, dass deine Seite einfach nur wieder verlassen wird, enorm an.

(Wenn ich solche Websites teste, dann springen über 50% der Besucher sofort wieder ab, ohne irgendwas auf der Seite zu lesen oder zu klicken!).

Ebenso sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Kontaktaufnahme.

Und das musst du zuerst wirklich verstehen. Wie es für den EINZELNEN ist auf deiner Website.

Denn du siehst die große Menge und deine Wünsche, alle zu bedienen und vergisst das…

Wechsle die Perspektive: sei ein einzelner deiner Website-Besucher

Wechsle daher bitte mal von deiner eigenen Perspektive auf die eines einzelnen konkreten Besuchers mit einem akuten Thema. Nimm nur die Mutter um die 40, nur den Jugendlichen vor seinem ersten Bewerbungsgespräch, nur den karriere-wütigen Manager.

Der eine Besucher, der – egal mit welchem – eben mit genau seinem Problem kommt, muss sich auf deiner breit aufgestellten Website durch 80-90% Irrelevantes kämpfen. JEDER Besucher findet dann nur einen kleinen Teil Relevantes! (Oft wird zusätzlich mit vielen allgemeinen Worthülsen um sich geworfen, s. unten).

Oder stell dir einfach mal den Manager vor, total ehrgeizig, der jetzt Karriere machen will. Und der liest, dass du auch Müttern mit ihren Kindern hilfst und Erstbewerbern – und Paaren in ihrem Ehekrach. Wird er glauben, du seist die/der Richtige für wirklich ihn? Nein! Und du selbst lässt ihn das glauben.

Merke: Je mehr Themen du hast, umso weniger Prozent deines gesamten Website-Inhalts beschäftigen sich mit genau dem einen Besucher, der gerade da ist.

Am Ende findet sich daher keiner wieder. Und meldet sich auch nicht. Und du wunderst dich.
Wo du doch so viel anbietest.

Die Neuromarketing-Forschung kennt das Problem. Aber kaum ein Website-Besitzer.

Für deine 1 Zielgruppe legst du nun die Website aus. Mach für diese einen Blog, wenn du willst. Beschreibe das Problem und das Ziel jeweils detailliert (komme ich noch dazu). Nenne viele Einzel-Aspekte. (Übrigens: der Coach ganz oben aus meinem Flop-Beispiel hatte sich bereits glasklar positioniert).

Wenn du wirklich viele Zielgruppen bedienen magst, will ich dich gar nicht aufhalten. Ich sage dir nur ganz ehrlich, wenn du auch Kunden über deine Website generieren willst, tust du dann besser daran, mehrere Websites zu betreiben, oder innerhalb deiner Website lauter einzelne „Inseln“ (LandingPages) zu schaffen.

Vorausgesetzt, du hast wirklich das Wissen um die Zielgruppen (was nicht immer zutrifft).

 

Der beste Einstieg oben für deine Website

Die meisten Coaches verstecken sich hinter immer ähnlichen „Worthülsen“.
Schnell werden Coaching-Websites beliebig und austauschbar. Ich mache es konkreter.

Das nachfolgende sind KEINE guten Ober-Überschriften bzw. Slogans für deine Website oder Werbeanzeigen, und auch keine echten Problem- bzw. Lösungsbeschreibungen. Bitte sieh es beispielhaft und prüfe gedanklich gleich deine eigenen Texte mit dem Rotstift:

„Ich begleite Sie auf Ihrem individuellen Entwicklungsweg.“

„Wir erkennen Ihre Potentiale und machen daraus Stärken.“

„Ich begleite Sie auf Ihrem Weg der Herausforderungen zu neuen Lösungen.“

„Training für Unternehmen – für Ihre effektive Kommunikation.“

„Mit mir erreichen Sie endlich Ihre Ziele und erfüllen sich Ihre Träume.“

„Ich bin deine Begleiterin für das Lösen von Blockaden. Damit Wandel und Wachstum möglich werden.“

Warum sind die so nichts wert? Sie sind nicht konkret. Sie haben nichts mit einem realen Problem zu tun. Sie passen für alles und jeden. Sie zeigen nicht, wofür du stehst.

Und das hier sind bessere beispielhafte Slogans:

„Wenn deine Beziehung kurz vor dem Aus steht und du deine Familie retten willst:“

„Ich bin Stefanie Müller und ich helfe frisch gebackenen Teamleitern dabei, den ungewohnten Weg vom Kollegen zum Chef zu gehen. Wir schlagen die Brücke zwischen Teamplay und Autorität.“

„Die anderen ziehen dauernd an Ihnen vorbei? Werden Sie endlich der Manager, der Sie sein können und verdienen Sie das ersehnte Spitzen-Gehalt.“

Was ist hier besser? Es wird ein echtes Problem benannt. (Derjenige sollte übrigens klar eins haben. Einfach nur im Leben irgendeinen Wandel erleben, älter werden, Träume und Ziele haben, und Potentiale spüren sind keine echten Probleme, am Rande bemerkt. Solche Texte kannst du raus kürzen – mehr dazu unten).

Es wird emotional gesprochen sowie eine konkrete Sorge und ein konkretes Ziel benannt (z.B. Familie retten. Chef werden unter Kollegen. Und so weiter.). Das kannst du NUR, wenn du dich auf eine Zielgruppe eingeschossen hast.

Wenn du dir das mal ansiehst im Vergleich wirst du merken: vom Start weg sprichst du sofort etwas an, was denjenigen gerade beschäftigt. Und dann hast du ihn am allerersten kleinen Haken. Ansonsten fängt der schon an zu gähnen…

Kommen wir zum nächsten Punkt, den du absolvieren musst:

 

#2 Zeige deine Expertise für genau das Problem und dass du es schon mal gelöst hast

Die eigene Expertise heraus zu stellen ist die nächste Herausforderung für dich. Die meisten Coaches versuchen das mit einer Auflistung diverser Ausbildungen, Methoden oder auch Experten, denen sie folgen.

Oder mit folgender Argumentation, mach grad einmal den Selbsttest:

Kleiner Selbsttest für den „individuellen Methodenkoffer“:

Trifft folgendes auf dich zu als deine Arbeitsweise als Coach, würdest du es so oder ähnlich ausdrücken:

„Ich habe einen großen Methodenkoffer zur Verfügung. Ich kann auf jeden meiner Kunden daher ganz individuell eingehen und absolut vielseitig arbeiten, genau nach den Bedürfnissen, die wir dann herausarbeiten. Ich finde die passende Coaching-Methode für das Problem. Ich arbeite total ganzheitlich. Das ist mein Alleinstellungsmerkmal / Besonderheit / USP / etwas ganz Tolles.“

Nope. Ist leider nix Tolles, sagt (fast) jeder Life Coach über sich, den ich bisher so getroffen hab. Oder, es ist womöglich toll, aber hilft dir nicht, Kunden zu überzeugen (und ist daher sogar schädlich für dein Marketing!).

Auch wenn du so „individuell“ arbeiten kannst: aus Sicht deiner Kunden ist das leider nicht erfolgversprechend und erweckt wirklich kein Vertrauen.

„Mein Kunde will doch individuell behandelt werden?!?“

Warum denn nicht? Fragst du vielleicht. Das ist doch toll, wenn mein Kunde so individuell behandelt wird! Für meinen Kunden!

Leider ist das keine Demonstration von Expertise.

Jetzt überleg mal: dein Kunde will, dass du sein Problem schon dauernd und mehrfach erfolgreich gelöst hast. Er möchte am liebsten von 5 bisherigen Kunden von dir lesen, dass die das selbe Problem hatten wie er (dann fühlt er sich auch nicht so komisch damit). Und dass diese deine Kunden heute sagen, dass es ihnen jetzt viel besser damit geht.

Dein Kunde möchte, dass du ExpertIN für genau sein Problem bist und NICHT, dass er jetzt erstmal mit dir das herausarbeiten muss, und dann probierst du deine Methoden durch.

Und dann wird das schon irgendwie und irgendwann funktionieren (das ist das, was sich dein Kunde dabei denkt, wenn er hört, dass du „ganz individuell“ auf ihn eingehen wirst).

Nein, dein Kunde hätte am liebsten, dass du ihn besser kennst als er sich selbst kennt (das finden wir Menschen immer verblüffend und toll)!

Menschen wollen Expertise für genau ihr Thema. So einfach ist das.

Aber deine Vielseitigkeit wollen sie nicht! Das willst DU.
Und – zack – verlierst du die Interessenten an enger aufgestellte Experten.
Oder bessere Kommunizierer.

Ja, ich weiß: so was fühlt sich für dich jetzt nicht so gut an. Deine Coaching-Ausbildung war recht allgemein. Du willst / darfst / kannst kein Heilversprechen geben. Jede Kundin und jeder Mensch ist anders. Du willst individuell arbeiten.

Du möchtest nicht vorab irgendwas aussagen, was du vielleicht hinterher nicht halten kannst. Und du weißt natürlich, dass es ganz viel von der- oder demjenigen und dessen Eigenverantwortung abhängt, ob es ein Erfolg wird oder nicht.

Du kannst dich aber leider nicht verstecken. Deine potentiellen Interessenten spüren, ob du selber glaubst und weißt, ob du ihnen helfen kannst.

Wenn du allgemein bleibst in deinen Texten und Aussagen, dann ist das oft insgeheim eine Absicherung für dich. Du willst dich nicht festlegen, vorher auch keine Lösung skizzieren…

Und so kommt kaum einer vorbei für ein Erstgespräch, mit dem du individuell sein Problem erarbeiten könntest! Es erkennt sich ja keiner!

Also: da musst du drüber springen. Was derjenige genau erreichen will, musst DU verstehen, und auch VORHER kommunizieren, sonst kannst du keinen anziehen.

Für das Zeigen von Expertise lösche unbedingt das Unnötige, füge das Wesentliche ein:

Verzichte auf Coaching-Methoden-Listen und Worthülsen

Nimm als erstes deine ganzen Methoden-Listen raus. Jedenfalls von der Startseite (du kannst sie ja gern irgendwo am Ende von „Über mich“ oder unter einem Punkt „Methoden“ auflisten, dann kann der Interessierte dort nachlesen gehen).

Jeder Life Coach hat so um die 5-10 Ausbildungen und Methoden (ein regelrechter Wettbewerb unter den Life-Coaches und immer das Gefühl bei dir: „ich weiß noch nicht genug“, nicht wahr?).

Folgendes (beispielhaft) sagt nichts über dich aus und ob du jetzt irgendein Problem lösen kannst:

Gestalt- und Gesprächstherapie, systemische Aufstellungen, gewaltfreie Kommunikation, Rollenspiele, Moderation, Fragetechniken, ich gebe Ihnen Feedback, zertifizierter NLP-Coach, Gruppendynamik, Wing Wave xy Facilitator…

Achtung:  Es besteht zudem die große Gefahr, dass deine Kunden überhaupt nicht verstehen, wovon die Rede ist.

Dir mögen viele Begriffe und Experten deiner Branche was sagen, den meisten Kunden nicht.

Deine Besucher verstehen vor allem nicht, was SIE davon haben, am Ende klingt das noch alles sehr mühsam…

Einzige Ausnahme: deine Kunden fragen wirklich explizit dauernd und alle nach einer Methode (hatte ich bei einer Kundin, die traditionelle chinesische Medizin lehrte und anwandte, die wollten das und suchten auch danach).

Auf deiner Methoden-Seite (so du sie überhaupt hast) könntest du in wenigen Stichpunkten zu jeder Methode erklären, was diese Methoden denn nützen für das Problem.
Dass du mit dem Unterbewusstsein Kontakt aufnehmen kannst, weil der Kopf immer alles zergrübelt oder du das Nervensystem neu programmierst, oder ähnliches. Mach es anschaulich.

 

Hier noch ein paar Beispiele für grandiose Worthülsen

…die du getrost streichen kannst, und die nichts mit Problemverständnis oder Zeigen von Kompetenz zu tun haben:

„Ich verbinde handfeste Businesserfahrungen mit ausgeprägter Reflexionsfähigkeit und bin kommunikationsstark.“ (Dass du – kurz und nur für die Zielgruppe passend! – etwas über dich schreibst, ist gut und wichtig. Aber das hier ist bla bla…)

Beispiel Unternehmenskommunikation: „Durch bessere Kommunikation entsteht reibungslose Zusammenarbeit, Sie bekommen schnellere Ergebnisse. Durch weniger Reibungsverluste verringern Sie Ihre Kosten. Durch gute Gesprächsführung gibt es weniger Missverständnisse. Ich biete individuelles Training für Ihre Mitarbeiter für bessere Kundenbeziehungen“.
(So las ich ellenlange Texte bei einem Kommunikationscoach. Selbstverständlichkeiten werden allgemein erläutert und nichts davon hebt dich von anderen ab).

„Du kommst zu mir, wenn du vor einer neuen Herausforderung im Privatleben stehst und noch keinen so rechten Plan dafür hast.“
„Ich helfe dir bei Veränderungsprozessen, die in jedem Leben einmal vorkommen.“
(? Bitte, hier weiß nun wirklich überhaupt niemand, was gemeint ist… wer bitte hat nicht täglich irgendeine Herausforderung? Und jetzt? Problem nicht klar, Lösung nicht klar, kein Ziel. Weg mit solchen Platz-Vergeudern.)

„Du bist bei mir richtig, wenn du aus Konflikten mit einem guten Ergebnis hervor gehen willst.“ (Äh – welcher Konflikt? Warum belastet mich das? Worum geht es hier überhaupt? Beruflich mit dem Chef? Privat in der Ehe? Alles davon? Spricht niemanden an…)

„Effektive Arbeitsweisen, schnelle Konfliktlösung und Lösungsansätze für eine optimale Zusammenarbeit sind mein Markenzeichen.“ (Abstrakt und Blaaaa…. Du kannst solche Dinge vollständig weg lassen, die du über dich behauptest.)

„In jedem Leben gibt es Phasen, wo wir nach neuen Lösungen suchen und vor Problemen stehen. Gemeinsam steigern wir Ihre Lebensqualität.“
(Raus damit. Da kauft sich jemand dann ein neues Sofa oder geht mit ihrer Freundin quatschen… wenn dich jemand bezahlen soll, muss er Leidensdruck haben.)

„Mit ehrlichem Feedback und gezieltem Fokus finden wir gemeinsam deinen individuellen Weg, um aus den Krisen Chancen zu machen.“ (Bitte: das ist vollständig austauschbar und könnte jeder Coach 1:1 auf seine Website setzen… und weg damit…)

„Lernen Sie, Altes los zu lassen und sich neue Perspektiven zu erschließen.“

Noch etwas: oft lese ich, dass lange darüber referiert wird, wie gearbeitet wird (z.B. beim Spazierengehen oder Online). Auch das ist recht unwesentlich und gerade Coaching im Gehen bieten viele bereits an.

Also dehn das nicht aus – du kannst in einem Satz sagen, dass dein Coaching ortsunabhängig online möglich ist und daher total bequem für deine Klienten. Oder ihr gern auch raus gehen könnt. Aber das ist nix Besonderes.

Das ist stattdessen deine Aufgabe:

  • Zeig wenn es geht auf deiner Website Testimonials / Referenzen zu genau dem einen Problem.
    Zeig, dass du dies schon mal gemacht hast und lösen kannst. Wenn du keine hast, lass sie weg, dann tut es auch folgender Punkt:
  • Nimm – in wörtlicher Rede, in Anführungszeichen! – genau die Gedanken auf, die sich dein potentieller Kunde zu seinem Problem denkt. Wenn du das wiedergeben kannst, bist du einerseits wirklich Experte dafür, und außerdem erkennt es auch dein Website-Besucher.
    WICHTIG: Das hier ist eines der mächtigsten Werkzeuge! Nutze es! (siehe eigens jetzt folgend #3)

 

#3 Kommuniziere detailliert, unmittelbar, und im Jargon des einen Kunden

Ich möchte den vorherigen Punkt jetzt konkreter machen, mit besseren Textbeispielen.

Sie zeigen die Detail-Tiefe, auf die du runter musst, um Menschen zu erreichen.

Überlege bitte, was KONKRETE KundINNen von dir bisher mitgebracht haben an KONKRETEN Fragen und Themen. Ganz detailliert! Damit zeigst du mehr Expertise als mit allem Gerede drum herum.

Wenn du es gut machst, geht das in 5-7 Stichpunkten. Nicht mehr.
Verblüffend einfach, kurz und knackig und für die meisten doch so schwierig!

Beispiel Expertise zeigen / Spiegelung aus dem Bereich Paartherapie:

Konkrete Situation des Kunden / Ziel / Wunsch hier: Ehekrise, Beziehung retten.

„Ich möchte endlich wieder mit meinem Partner ins Gespräch kommen, ohne zu streiten.“
„Ich habe das Gefühl, dass mein Partner etwas verbirgt und nicht offen und ehrlich ist. Ich hätte so gerne eine vertrauensvolle Basis.“
„Ich habe schreckliche Angst, dass unsere Beziehung zerbricht, und was das dann für unsere Kinder bedeutet!“
„Ich wünsche mir so sehr ein harmonisches Familienleben…“
u.s.w.

Beispiel aus dem Bereich Führungskräftetraining:

Konkrete Situation: ist neu ChefIN geworden, hat jetzt ehemalige Kollegen unter sich.

„Ich bin mir einfach jeden Tag unsicher, wie ich meine neue Rolle leben soll. Das ist furchtbar anstrengend.“
„Meine früheren Kollegen blockieren, wenn ich ihnen Aufgaben übertrage – wahrscheinlich denken sie, ich habe diesen Posten nicht verdient.“
„So heimlich beschleicht mich das Gefühl, ob so ein Chefposten nicht sehr einsam ist. Das gemeinsame Mittagessen war früher immer so nett, jetzt sind alle so distanziert.“
„Soll ich mich autoritär verhalten, oder eher kumpelhaft? Ich weiß einfach nicht, was das richtige Maß ist.“
u.s.w.

Beispiel aus dem Bereich Bewerbungstraining

Konkrete Situation: hat ein Vorstellungsgespräch vor sich, ist noch einigermaßen unerfahren damit.

„Ich habe keine Ahnung, was ich anziehen soll. Ich will auf keinen Fall overdressed und schon gar nicht underdressed sein.“
„Was soll ich bloß auf die Frage nach meinen Schwächen antworten? Ich will ja auch ehrlich bleiben…“
„Oh Gott, muss ich da englisch reden?“
u.s.w.

Beispiel aus dem Bereich Personal Life Coaching – Familie

Konkrete Situation / Ziel / Wunsch: Mutter hat totalen Stress mit den Kindern

„Mein Leben ist nur noch ein einziger Albtraum. Kein Tag vergeht ohne Geschrei und endlosem Stress zu Hause. Ich könnte heulen.“
„Ich mache mir solche Sorgen, ob ich eine gute Mutter bin. Ich verliere manchmal einfach völlig die Nerven und raste aus. Obwohl ich das überhaupt nicht will! Ich will einfach nur das Beste für meine Kinder!“
„Meine Kinder machen partout ihre Hausaufgaben nicht und die Schulnoten stürzen ab. Ich hab schon alles versucht. Drohen, Aufmuntern, Ausflippen… aber ich komme einfach nicht mehr ran an die Kinder. Was geht bloß in ihnen vor?“
u.s.w.

(Diese Texte sind beispielhaft für ein paar der 1.000 möglichen Themen und frei von mir erfunden, sind also evtl. keine echten Gedanken. Bitte daher nicht kopieren – du musst das aus deinem eigenen Kundenverständnis heraus generieren!).

Gerade bei Personal Life Coaches habe ich teils das Gefühl, du denkst, die Leute kommen zu einem Spaziergang zu dir, um mal ein bisschen nett über eine Neuausrichtung des Lebens zu plaudern. So lesen sich oft die Website-Texte.

Bitte werde realistisch: du solltest für dein Coaching ja was verdienen. 100€/h oder mehr ist für die meisten Privatpersonen viel Geld! Bitte mach dir klar: ohne benanntes konkretes Problem mit Leidensdruck wird er/sie das nicht bezahlen.

Dein einzelner Kunde will einfach erstmal nur sehen, dass du ihn wirklich verstehst!
Dass du Ahnung von genau seinem Thema hast und einfach weißt, was ihn/sie bewegt.

Hierfür kannst Du einfach die Gedanken und Gefühle derjenigen Menschen beschreiben, die du anziehen willst. Als direkte Rede, oder ähnlich. Aber sehr konkret, wie in den Beispielen.

Dann ist davon auszugehen – und deine LeserINNEN tun das auch – dass du ihnen helfen kannst und wirst.

Psychologisches Prinzip:
Wenn wir uns verstanden fühlen, trauen wir dem anderen sofort Lösungskompetenz zu. Eigentlich nur dann. Dafür aber sehr schnell (ob es realistisch ist oder nicht…).

Auf die Ebene musst du jetzt runter!

 

Wie kannst du nun sehr lange gratis Vorgespräche vermeiden, wo dir die Menschen hinterher wieder abspringen mit dem Feedback, dass sie nicht sicher sind, ob du ihnen echt helfen kannst?

Das ist die eine Aufgabe, mit der sich Life Coaches oft am schwersten tun:

 

#4 Biete die Lösung für jenes echte Problem (und biete keine Lösungen für Dinge, die keine Probleme sind).

Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig darüber geschrieben wird auf den ganzen vielen Coaching-Websites, was man denn davon hat, wenn man mit dir arbeitet.

Wahrscheinlich denkst du, das sei selbstverständlich oder das malt sich dein Interessent selber aus – was ein Irrtum wäre. (Oder du kannst den Zielzustand nicht benennen, weil es eben keinerlei wirkliches Problem gibt, das im Fokus steht.)

Das hier ist übrigens KEINE Art von Ziel- bzw. Lösungsbeschreibung, die ich meine:

„Wir begeben uns auf Lösungssuche für deine Themen aus allen Lebensbereichen. Du erreichst mehr Klarheit, Selbstbewusstsein und spürst wieder Leichtigkeit und Lebensfreude.“

Das ist deshalb nicht nützlich weil: Hier kauft sich jemand erstmal ein Selbsthilfe-Buch und fährt in den Urlaub, um sich zu entspannen für Leichtigkeit und Lebensfreude. Es ist einfach nicht spezifisch genug, denn es treibt niemanden um, dass er/sie nur ein bisschen Klarheit und Selbstbewusstsein bräuchte.

Ganz ehrlich: sowas wird zudem einem als zutiefst dringend empfundenen Problem einfach nicht gerecht. Gerade jemand, der wirklich Hilfe braucht, fühlt sich evtl. nicht ernst genommen!

Und hier sind Beispiele, wie eine Lösungsbeschreibung aussehen könnte – und wiederum siehst du, das geht nur, wenn du dich spezifisch entschieden hast, wofür du da bist:

Beispiel Lösungsbeschreibung Bewerbungstraining:

„Nach der Vorbereitung mit mir weißt du genau, was du souverän antworten wirst, wenn du nach deinen Schwächen gefragt wirst – ganz ohne ins Schwitzen zu geraten. Außerdem haben wir deine Antworten vorher geübt.

Wir erarbeiten gemeinsam die optimale Kleidung, passend zu der Firma, bei der du eingeladen wurdest / wo du hin möchtest. Du machst damit den perfekten ersten Eindruck.

Durch meine Fremdsprachen-Expertise kannst du mit mir im geschützten Raum bereits das Gespräch auf englisch üben, wenn das für deine zukünftige Stelle wichtig ist. Lieber vorher, als dort im Gespräch ins Stottern zu geraten!“

Und weitere Punkte dazu. Für alle Sorgen: zeige einen Zielzustand auf!

Beispiel Lösungsbeschreibung Paarcoaching:

„Natürlich kann ich dir nicht versprechen, ob eure Beziehung zu retten ist oder ob eine Trennung nötig wird.

Doch wir werden uns gemeinsam – mit oder ohne deinem Partner – den tiefer liegenden Gründen für eure Konflikte widmen. Du wirst lernen, wie du, nur ausgehend von deiner eigenen Änderung deines Verhaltens, bereits eine Veränderung anstoßen kannst.

Wir werden uns deine unerfüllten Bedürfnisse und die deines Partners näher ansehen. Wir werden ebenso klären, ob und wie diese Bedürfnisse alle innerhalb der Partnerschaft abgedeckt werden müssen – oder welche anderen Lösungsmöglichkeiten es gibt. Für dich selbst wie für euch gemeinsam.

Falls eine Trennung unumgänglich werden sollte, helfe ich dir, mit der neuen Familiensituation klar zu kommen und zeige dir viele Möglichkeiten auf, wie dies schonend für eure Kinder geschehen kann.“

Und immer so weiter. Worum wird es gehen? Was kannst du tun, um zu helfen? Auch hier gilt: ganz KONKRET auf die vorher etablierten Sorgen und Probleme antworten.
Wie kannst du die Sorgen angehen, die derjenige mitbringt, und wo du hiermit beweist, dass du sie kennst?

Und noch was: verzichte hier auf allzu wissenschaftliche Hintergründe. Das ist schnell sehr abstrakt.

Beispiel Lösungsbeschreibung Mütter am Nervenzusammenbruch:

„Wir kümmern uns zunächst um dich selbst und stellen fest, wie du ganz persönlich erst einmal aus der Stress-Situation aussteigen kannst. Denn erst, wenn du ruhiger bist, kannst du dies auch auf deine Kinder wieder übertragen.

Denn es geht auch um dich als ganze Person, nicht nur als Mutter.
Danach zeige ich dir mit vielfach bewährten Ansätzen, wie du Konfliktsituationen gekonnt den Wind aus den Segeln nimmst, indem du der Wut bzw. der Energie deiner Kinder Raum gibst. Ohne, dass alles im Chaos endet (mit dem so genannten „Wut-Zelt“).

Ich zeige dir zum Schritt-für-Schritt-Nachmachen, wie du gemeinsam mit deinen Kindern einfache Regeln etablierst, die sie auch akzeptieren – weil ihr sie alle gemeinsam als Familie aufstellen werdet. Und auch deine Kinder dürfen ihre Bedürfnisse dabei einmal offen äußern.“

Und so weiter! Klingt doch spannend, oder?

(Hab ich ganz gut erfunden, finde ich. Hab das im Fernsehen bei der Super-Nanny gesehen und war schwer beeindruckt… wie gesagt, alles nur fiktive Beispiele. Für dein Thema musst du jetzt selber ran.)

Siehst und spürst du den Unterschied zu oben? Ich hoffe sehr.

Es geht nicht einfach nur um „Klarheit und Leichtigkeit“. (Das ist ohnehin eher der Bla-bla-Kategorie zuzuordnen, und Menschen mit Problemen fühlen, dass ihnen das allein nicht helfen wird). Es geht nicht darum, irgendwo mal spazieren zu gehen (wie gesagt nur die Form).

Du stellst nicht irgendeinen Lösungsansatz zur gemeinsamen Erarbeitung in den Raum, der im Dunklen bleibt und sich dann schon finden wird. Sondern deine Interessenten wollen wissen, was sie erwarten dürfen und was du zu tun gedenkst.

Das ist echte Expertise.

 

# 5 Vermarkte dich als Coach für ein einzelproblem (jetzt erst)

Dein Marketing fängt unmittelbar zuerst bei dir an. Nicht mit SocialMedia Posts oder Facebook-Ads oder Automatisierungs-Tools für die eMails. Ich hoffe, ich konnte das aufzeigen.

Der erste Schritt ist, wie bis hierher erläutert:

Überhaupt erstmal in „funktionierende“ Worte packen können, wer du bist, wofür du stehst, für wen genau. Für dein gesamtes Marketing tust du dich sehr viel leichter, wenn du ein einziges Problem her nimmst und vermarktest. (Nimm andere später dazu). Nimm eins, das du wirklich gut kennst.

Diese (neuen) Texte finden sich auf deiner Website wieder, in Social Media Posts, in deinen Werbeanzeigen.

Erst, wenn du gelernt hast, hier richtig gut zu texten, besser gesagt: zu kommunizieren, wird’s was mit dem Marketing! Ab dann funktionieren übrigens auch deine Anzeigen.

Du kannst eine Werbeanzeige auch mit genau den Zitaten schalten, also mit deinen Kunden-Gedanken.

Andersrum gesagt: wenn du ein super breit aufgestellter Life-Coach bist, wird die beste Agentur große Schwierigkeiten haben, dich zu vermarkten, und du würdest Geld verbrennen.

Du brauchst dazu KEINE riesige Website. Eine einzige Seite, bezogen auf das Problem, reicht sogar für den Anfang! Mehrfach ausprobiert und bewiesen! Geht sogar besser.

Kürzer und passender ist immer besser und einfacher als viel und breit, was die Online-Welt angeht.

Unten liste ich gleich nochmal den Aufbau einer solchen Website auf.

Folgender Weg funktioniert jetzt (meist) am schnellsten, um als Coach Kunden zu gewinnen:

Du schaltest eine Google-Werbeanzeige auf deine jetzt sehr spezifische Seite. Warum Google? Weil du dann jemanden abfangen kannst, der genau jetzt am Computer sitzt und nach genau seiner Problemlösung aktiv sucht (anders als in Facebook, übrigens).

Das Gute an Google ist: du bist gezwungen, dich damit auseinander zu setzen, was die Leute überhaupt googlen (bezogen auf dein Angebot), was dir zusätzlich hilft, die Probleme besser zu verstehen.

Das Prinzip funktioniert einfach: du hinterlegst eine Liste von Suchworten, zu denen du dann bei Google gegen Bezahlung oben angezeigt wirst.

Wenn du dann genau in dem Moment, wo jemand danach sucht, mit deiner Anzeige – die auf die Website springt – auf ein Problem eingehst und deine Lösung glaubhaft und gekonnt beschreiben kannst, gewinnst du.

Und du wirbst dann bitte nicht auf sowas wie „Life Coach“! Auch nicht Business Coach. Sondern die Leute googeln viel konkreter: Bewerbungsgespräch Tipps, oder Paartherapie, Berufsberatung, und so weiter.

Allgemeine Suchworte helfen dir nicht, weil du keine Ahnung hast, was derjenige eigentlich will, da Life Coach für 50 verschiedene Probleme stehen kann (gleiches gilt für die so oft gewollte Suchmaschinen-Optimierung, am Rande bemerkt). Da würdest du ebenso Geld verbrennen.

Falls du Social Media Posts machen willst: hier funktioniert es nicht, Angebote von dir zu posten.
Auf Social Media postest du Inhalte, Tipps und Wissenswertes, keine Angebote. Wenn du das nutzen willst, starte einen Blog, schreib tolle Stories und Aspekte, oder mach einen Podcast. Das ist insgesamt ein längerer Weg. Der auch sehr gut funktioniert.

Alternativ kannst du auf Social Media ebenso bezahlte Werbung schalten, aber dann muss dies z.B. auf ein gratis PDF oder ein gratis Webinar sein.
Du investierst immer entweder Geld oder (viel) Zeit – Marketing mit Werbung oder Marketing mit Inhalten.

Im Online-Marketing gilt darüber hinaus: testen, testen, testen. Schalte nie nur eine Anzeige, sondern wenigstens 3 Alternativen. Probier (wenn du Google nimmst) verschiedene Suchworte für deine Anzeigen durch. Variiere deine Website dafür (Reihenfolge, Gedanken, Bildmotive). Lass dich durchaus beim systematischen Testen unterstützen, wenn du dir unsicher bist.

Wahrscheinlich solltest du dir auch beim Texten helfen lassen, denn es ist unglaublich schwer, das wirklich brillant hin zu bekommen.

Wir sind aus unserer Eigensicht einfach zu nah dran…

Vielseitige Coaches und das Marketing

Falls du wirklich vielseitig arbeiten möchtest, und dich nicht für eins entscheiden kannst: OK. Was ist dann das beste für dein Marketing? Mach für jeden Typ Kunden und für jedes Problem eine eigene Website!

Oder kombiniere höchstens 2-3 Themen aus beruflich ODER privat.

Und mach für jeden Kunden-Typus eine sehr spezifische Unterseite. Klingt das mühsam? Vielleicht ist es das.

Aber was um alles in der Welt hilft es dir, wenn du mit deiner oft so bezeichneten „Bauchladen“-Website nun mal nicht die ersehnte Vielseitigkeit beruflich leben kannst und eben nicht Kunden aus allen Bereichen anziehst? Wenn du daheim sitzt, und keiner meldet sich? (Häufigste Situation von Life-Coaches).

Wenn deine Werbung super teuer wird, weil du einfach gaaaanz breit in die Welt hinaus bläst, und keiner dich als ProblemlöserIN wahr nimmt?

Die einzelnen Seiten müssen nicht ewig lang sein, um zu funktionieren.
Aber du musst rein in Details. Und die Probleme WIRKLICH kennen, die du lösen willst.

Übrigens: eine Google-Anzeige führt dann immer auf die spezifische Unterseite, nicht die allgemeine Startseite!

 

Fazit – wie sieht deine Website aus?

Wie sieht die Website aus, die richtig gut funktioniert, und wo sich auch Leute bei dir melden?
Es ist eine Zusammenfassung der Punkte oben:

  1. Entscheide dich für den Fokus deiner Website.
  2. Schmeiß zuerst alle Worthülsen, allgemeinen Überschriften, Bla-bla und Methodenlisten raus bzw. verbanne letztere auf eine Unterseite für wissenschaftlich Interessierte.
  3. Tauche gedanklich ein in EINEN Website-Besucher. Nur für den und sein konkretes Problem und Ziel schreibst du jetzt los. Wichtig: es muss ein echt existierendes und einigermaßen dringendes Problem/Ziel sein.
  4. Du fängst oben an mit einer Bomben-Überschrift, die mindestens das Problem nennt und ggf. die Zielvorstellung enthält. Werde sehr konkret und sei emotional. Verwende am besten 2 starke Adjektive.
  5. Starte mit ein paar Sätzen (z.B. gern in wörtlicher Rede), was demjenigen im Kopf umgeht. Das ist mit der wichtigste Part. Du startest IMMER mit dem Problem des Kunden und dem Wiederspiegeln von dessen Sicht.
    5 Sätze reichen aus, aber die müssen sitzen.
  6. Wenn du Coach im privaten Bereich bist, kommt jetzt ein Abschnitt über dich, der darf hier ein bisschen länger sein und deutlich persönlicher. Im Business-Bereich kommt der etwas weiter unten und besteht evtl. nur aus Stichpunkten mit Expertise aus eben dem Business-Bereich.
    Was du hier auswählst, sollte in beiden Fällen zum Problem passen!
  7. Wenn du sie hast, kannst du Testimonials einflechten, die kannst du auch verteilen. Nimm ein kürzeres im oberen Drittel auf.
  8. Nach dem Wiederspiegeln der Kundensicht beschreibe den Zielzustand, was dein Interessent nach der Arbeit mit dir hat (vorausgesetzt, er/sie macht eigenverantwortlich mit, was du gern dazu sagen kannst).
    Auch hier reichen ein paar Stichpunkte oder kurze Absätze, die jedoch die Wünsche deiner Kunden aufgreifen müssen.
  9. Denke UNBEDINGT an die Handlungsaufforderung! Stelle unmittelbar, am besten gleich hier, die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme her. Schreibe einen persönlichen netten Satz, um die Leute zur Kontaktaufnahme explizit aufzufordern. Mach das Erstgespräch immer gratis (wenn du nicht schon überlaufen bist, wovon ich grad nicht ausgehe). Sag das auch.

…zum Abschluss

Ich meine alles, was ich sagte, gar nicht böse oder vorwurfsvoll. Die Coaching-Ausbildung legt sich nicht auf bestimmte Probleme fest – also kommunizierst du so, wie du es von dort gewohnt bist.

Und das funktioniert dann plötzlich „da draußen“ nicht wie gewünscht, weil die Kunden ausbleiben oder nur tröpfelweise kommen.

Es ist NICHT besonders einfach, als Coach gutes Online-Marketing zu machen, denk an den Sand am Strand. Aber: es gibt genug Leute mit Problemen da draußen, die wahrscheinlich für dich bezahlen würden.

Wenn du ihnen denn beschreiben kannst, warum du wirklich ihre Lösung bist.
Dafür waren meine ganzen Beispiele oben.

Keine Sorge: für meine eigenen Sachen fällt mir das Texten genauso schwer. Wir sind zu nah dran an unseren eigenen Themen. Ist also keine Schande!!

Eventuell hilft es dir, dir von außen Beratung zu holen bzw. einen Textworkshop zu machen.
Der muss aber speziell auf diese „Copywriting“ Technik hin angelegt sein.

(Ich hab auch so einen im Programm, falls es dich interessiert, klick mal hier für meine Workshops).

Hat dir der Artikel gefallen, auch, wenn er direkt und kritisch war? Konntest du etwas mitnehmen? Hast du Ähnlichkeiten mit deiner Website erkannt?

Dann hinterlasse mir das gern in den Kommentaren und noch besser: teile diesen Artikel mit allen, die ihn deiner Meinung nach auch lesen sollten!

Liebe Grüße –

deine Anja

Titelbild von Gerd Altmann auf Pixabay mit eigenen Änderungen

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